Samerberg wird zu Entenhausen

von Redaktion

Über 130 Fahrzeuge nehmen an Veranstaltung teil – Längste Anreise aus Dänemark

Törwang – Nach zwei Jahren coronabedingter Pause hat am vergangenen Samstag das beliebte Ententreffen am Samerberg stattgefunden. Die Fans des „Regenschirms mit Rädern“ kamen dabei aus der ganzen Welt – und hatten allerhand zu erzählen.

Getüftelt und gefachsimpelt

Über 130 Kultfahrzeuge fanden heuer wieder den Weg zum Törwanger Entenwirt. Stoßstange an Stoßstange reihten sich die bunten Fahrzeuge auf der Wiese. Die Besucher vom Ententreffen ließen sich vor der gemeinsamen Ausfahrt Peter Schrödls gegrillte Ente mit Blaukraut und Knödeln schmecken. Um 14 Uhr ging die Entenfahrt rund um den Samerberg los. Doch bis dahin wurde noch jede Menge gefachsimpelt und getüftelt.

„Jetzt gib noch mal Gas“, sagte „Entendoktor“ Franz Kaffl aus Großkarolinenfeld. Er steckte fast im Motorraum der schwarz-gelben „Charlston Ente“. Als der Motor wieder rund lief, wurde er schon zur nächsten Ente gerufen. Dank seiner großen Erfahrung beim Reparieren der sogenannten „Döschewos“ standen die Entenfahrer bei ihm Schlange und erhielten wertvolle Tipps.

Eine Panne würde Hannes und Monika Lübeck aus dem Allgäu nicht aus der Bahn werfen. Sie waren mit der Ente schon in USA und Kanada. „Die Ente wurde im Container verschifft“, sagte Monika. Ihr Fahrzeug habe schon jetzt 235000 Kilometer auf dem Tacho.

Andi Biller aus Bruckmühl hat sich einen Anhänger zur Ente gebastelt. „Wenn man sich verträgt, passen auch zwei hinein“, sagt er schmunzelnd. Sein Brett für das Stand-up-Paddling hat er auf dem Dach verzurrt, damit er es nicht jedesmal aufblasen muss.

Inzwischen haben die meisten ein „H-Kennzeichen“ und dürfen damit auch in die Umweltzonen fahren. Der Citroen 2 CV (französisch: Deux chevaux) wurde von 1948 bis 1990 produziert und damals noch für 9999 Deutsche Mark verkauft. Heute stehen gute Exemplare bei 25000 Euro.

Doch das ist den Besitzern der kleinen Gefährte gar nicht wichtig, es gehe eher um den ideellen Wert und die außergewöhnlichen Erinnerungen mit diesen Fahrzeugen, die für eine ganz besondere Lebenseinstellung stehen und bis heute nicht von ihrer Faszination verloren haben. „Man lernt bei so einem Treffen viele nette Menschen kennen“, sagt Dietmar Tauchert, der mit seinem Bruder Herbert schon zum 22. Mal das Treffen am Samerberg besucht und deshalb von Franz Kaffl und Peter Schrödl einen Preis erhalten hat.

Die weiteste Anfahrt hatte auch heuer wieder Raimo Jensen, der aus Dänemark angereist war. Ihm gefalle das Ententreffen so gut, dass er schon mehrmals die 1200 Kilometer lange Fahrt auf sich genommen hat.

Termin fest im Kalender notiert

Viele haben den zweiten Augustsamstag fest im Terminkalender notiert. Wenn die Enten dann zur Ausfahrt starten, säumen die Schaulustigen die Route, versammeln sich auf Balkonen und in den Vorgärten. Von Törwang geht die Fahrt nach Aschau, Sachrang in Richtung Österreich und über Windshausen wieder auf den Samerberg. Die älteren Enten – mit nur 16 PS – tun sich da etwas schwerer, doch gemeinsam wird nach knapp zwei Stunden die Entenwiese erreicht. Gemütlich ließen es die Entenfahrer ausklingen und manche machten sich danach auf den oft langen Heimweg. Der Rest feierte noch mit der Entenwirtsfamilie und der „kloana Musi“.

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