Schulzeit ist nicht vergessen

von Redaktion

Zwei über 90-Jährige erinnern sich an ihre Zeit in Wildenwart

Wildenwart – Ihre Erinnerungen an die Schüler der Grundschule Wildenwart aus den Jahren 1933 und 1934 sind außergewöhnlich gut. Trotz ihres Alters von fast 96 Jahren können sich Franziska Mühlthaler und Rosa Bohrer noch sehr detailliert an die Dirndl und Buam der damaligen Zeit erinnern.

Namen der Mitschüler noch sehr präsent

Bei einem Besuch in Franziska Mühlthalers Rosenheimer Wohnung erklärte die rüstige Rentnerin zwei Aufnahmen: Sie zeigen die Wildenwarter Schüler 1933 vor dem Königsschloss sowie 1934 vor der im gleichen Jahr eingeweihten Wildenwarter Pfarrkirche „Christkönig“. Bis auf zwei Ausnahmen kann sie allen Kindern noch Namen und Herkunft aus den Dörfern der ehemaligen Gemeinde Wildenwart zuordnen.

Franziska Mühlthaler ist in Prien als fünftes von 13 Geschwistern aufgewachsen und wurde später Lehrerin. Anfangs als Lehramts-Anwärterin in der Stammschule Prien und dann für ein paar Wochen als Aushilfe für Schulleiter Karl Schulmayer in ihrer ehemaligen Schule in Wildenwart. Erste Lehrerstellen waren in Tengling am Waginger See, in Tittmoning und in Neukirchen am Teisenberg. Es folgten zehn Jahre in Aschau und zuletzt war sie Rektorin der Grundschule Feldkirchen-Westerham.

Auch Rosa Bohrer aus Wildenwart, mit 92 Jahren etwas jünger als Franziska Mühlthaler, kann sich noch an viele der Gesichter erinnern, zumal doch auch ihr verstorbener Mann Georg Bohrer auf dem Schloss-Foto zu sehen ist. (Er sitzt rechts auf der Balustrade.)

Ergänzend sagt Mühlthaler: „Die Bilder haben wir bekommen, weil wir eine so kinderreiche Familie waren, den Namen des Fotografen wissen wir leider nicht mehr“. Großen Wert hat sie immer auf regelmäßige Klassentreffen gelegt, dabei wurde sie für den Wildenwarter Bereich von ihrer Schwester Gretl und von Anni Faust unterstützt. Für die Jahrgänge 1919 bis 1929 gab es die Treffen alle fünf Jahre, anfangs waren es rund 50 ehemalige Schülerinnen und Schüler und zuletzt waren es noch elf. Ihr vergangenes Klassentreffen, zu dem sie eingeladen war, war im Sommer in Aschau.

Rosa Bohrer vom Schmidhof in Wildenwart war nur kurz mit Fanny Mühlthaler in einer gemeinsamen Klasse. „Die Fanny ( An.d.Red.: Franziska Mühlthaler) war in der siebten Klasse und ich in der vierten Klasse, da waren wir in einem Klassenzimmer zusammen. Denn damals waren in einem Raum die ersten drei Klassen beim ‚Fräulein‘ und die Klassen vier bis sieben beim ‚Herrn Lehrer‘. Erst später gab es auch achte Klassen.“

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