Polizei muss Pressemeldung korrigieren

von Redaktion

„Mein Hund hat niemanden angegriffen“ – Frau aus Pittenhart wehrt sich

Pittenhart – Ein Hund soll eine 59-jährige Frau aus Pittenhart gebissen haben. Nicole Fenzls Hündin Mia wird beschuldigt. Doch Fenzl wehrt sich gegen die Vorwürfe, denn Mia habe nichts falsch gemacht und niemanden angegriffen.

„Ich verstehe das nicht, es war völlig anders als beschrieben“, sagt Nicole Fenzl (38) über die erste Pressemitteilung der Polizei, in der von einem Hundebiss die Rede war. „Das ist alles sehr verwirrend, dubios und komisch.“ Hündin Mia sei immer in Fenzls Friseursalon und dabei sehr brav. Es habe noch nie ein Problem gegeben. „Mir ist es wichtig, dass jetzt keiner Angst vor ihr hat“, sagt Fenzl. Deshalb wollte sie den OVB-Heimatzeitungen erklären, was wirklich geschehen ist.

Verständigung
per Zuruf

Sie sei auf dem Rothbucher Weg spazieren gegangen und habe ihren Hund „Mia“ von der Leine gelassen. Dann sei die Dame mit ihrem Hund auf den Weg eingebogen. Die beiden Frauen hätten per Zuruf vereinbart, dass die Hunde ohne Leine bleiben, damit sie spielen können. Nicole Fenzl zufolge hat der Hund der 59-Jährigen ihrer Mia dabei in die Schnauze gebissen. „Mein Hund war in der Zwickmühle“, sagt Fenzl. Die andere Hundehalterin sei mit beiden Händen dazwischen gegangen. Welcher der beiden Hunde dabei zugebissen hat, war nach Angaben von Fenzl nicht zu erkennen. Weil die Tiere immer noch rangelten, habe die 38-Jährige ihre Jacke über sie geworfen. „Das habe ich in der Hundeschule gelernt“, sagt Fenzl. „Die Hunde haben voneinander abgelassen und waren friedlich.“

Ihr Hund habe jedoch geblutet, ebenso wie die Hand der 59-jährigen Frau. Sie seien den Weg gemeinsam zurückgegangen und hätten sich unterhalten. „Ich habe noch zu ihr gesagt, dass sie unbedingt zum Arzt gehen muss“, sagt Fenzl.

Weil sich die Situation so gut aufgelöst hatte, war Fenzl nach eigenen Angaben überrascht, als sie die Pressemitteilung der Polizei Trostberg gelesen hat. Laut der Mitteilung ist es zu einer „nicht mehr spielerischen Auseinandersetzung“ von zwei Hunden gekommen. Die 59-jährige Dame habe eingegriffen, um ihren Hund wegzuziehen. „Hierbei biss der andere Hund der Dame in die linke Hand“, hieß es.

Doch dem widerspricht Fenzl: „Mein Hund hat nichts falsch gemacht, sie hat niemanden angegriffen.“ Es sei keine Biss-Attacke gewesen, die Frau habe einfach zwischen die Hunde gefasst. Zudem habe ihre Hündin Mia ein helles Fell. Die Frau habe bei der Polizei angegeben, dass es ein dunkler Labrador war. „Da war ich noch mehr überrascht.“ Fenzl ärgere sich jedoch nicht über die erste Pressemitteilung der Polizei. Die Beamten hätten keine anderen Informationen zu diesem Zeitpunkt gehabt. Deshalb habe die 38-Jährige die Polizei Trostberg kontaktiert und beschrieben, was passiert ist.

Daraufhin verfasste Polizeihauptmeister Maximilian Jaworek eine zweite Pressemitteilung. Es habe sich „bei dem Aufeinandertreffen der beiden Hunde um eine ganz normale spielerische Situation“ gehandelt. Als der Geschädigten die Situation „zu wild“ geworden sei, habe sie versucht einzugreifen. „Hierbei schnappte einer der beiden Hunde nach der linken Hand der Geschädigten“, schreibt Polizeihauptmeister Jaworek. Das hätten weitere Ermittlungen ergeben.

Im Nachhinein habe die Polizei allerdings nicht feststellen können, welcher der beiden Hunde zugeschnappt habe. Es sei jedoch keine Hundeattacke und kein aggressiver Angriff gewesen. Der Bericht werde der Staatsanwaltschaft dennoch vorgelegt. „Da wird nicht viel dabei rauskommen“, sagt Jaworek.

Forderung nach
Hundeführerschein

Nach dem Vorfall hat sich die Tierschutzorganisation Peta eingeschaltet und einen Hundeführerschein gefordert. „Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine. Viele Halterinnen und Halter können Verhalten, Signale und Körpersprache ihres Vierbeiners nicht richtig deuten und einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier“, wird Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta in der Pressemitteilung der Organisation zitiert.

Wie die Polizei und Nicole Fenzl bestätigten, handelte es sich jedoch nicht um eine Beißattacke.

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