Buntes Treiben auf Aschauer Markt

von Redaktion

Von Gemüsehobeln bis Autopflegemittel – Seit 467 Jahren gibt es die Warenschau

Aschau – Es war warm und schön, ein Aschauer Marktsonntag wie aus dem Bilderbuch. Die Straßen waren immer gut gefüllt – kurze Hosen und kurze Röcke prägten das Straßenbild.

Für jeden
was geboten

Jedes Jahr für einen einzigen Tag am ersten Septembersonntag gibt es zwischen der Aschauer Hauptstraße, dem Kirchenbergerl und dem Schützenhaus alles, was ein Kinder- und Erwachsenenherz begehrt. Nur noch auf dem Markt gibt es die feinen silbernen Ringe, die entsprechenden Ketterl und Armbänder für die kleinen Mädchen, nur auf dem Markt gibt es für die Buben dieses umfassende Angebot an allen aktuellen Bulldogs und landwirtschaftlichen Maschinen als voll funktionsfähige Modelle.

Dazu kann man auch noch Karussell fahren oder gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Magenbrot und türkischen Honig genießen. Es gibt die Spezialitäten des Metzgers, das Gselchte und die Würscht, das gute Bauernbrot aus Niederbayern, den Bergkas von der Alm oder die überreich belegte Fischsemmel.

Eine lange
Tradition

Die Erwachsenen treffen auf den Budenstraßen Bekannte und Verwandte, die sie schon seit dem letzten Markt vor drei Jahren nicht mehr gesehen haben, zu einem ausgiebigen Ratsch. Auf dem Aschauer Markt muss man auch niemand suchen, alles ist überschaubar. Dort finden sich alle Jahre alle Bekannten an derselben Stelle wieder ein.

So kommen die Besucher nur langsam von Hauseck zu Hauseck voran. Sie können allerlei wundersame Dinge einkaufen, wie es sie nur noch auf dem Markt gibt.

Sie bekommen Wundermittel für die Autopflege, zum Fensterputzen und Gemüsehobeln. Sie kaufen von einem Lastwagen herunter Weintrauben, Ananas und Bananen oder handfeste, strapazierfähige Bekleidung für den alltäglichen Gebrauch. Und zum Schluss treffen sich – fast automatisch – alle im Bierzelt bei einer „gscheiden Brotzeit“ wieder.

Seit 467 Jahren gibt es den Aschauer Markt, seit seinem Bestehen hat er nichts an Aktualität eingebüßt. Früher kauften die Prientaler, die Aschauer, Sachranger, Frasdorfer, Umrathshauser und Wildenwarter alles, was sie für den bevorstehenden Winter brauchten.

Heute versucht die Mehrzahl der über 100 Standlleute, Sachen an die Frau und an den Mann zu bringen, die das Leben schöner machen.

Ein Bummel mit der ganzen Familie – nach dem sonntäglichen Kirchgang – durch die fast einen Kilometer lange, von Verkaufsständen gesäumte Marktstraße mit ihrem schier unerschöpflichen Warenangebot, die ungezählten Brotzeit- und Spielzeugstandl. Das große Bierzelt ist bei vielen Leuten in der Umgebung fest eingeplant.

Der Aschauer Markt stellt eine wichtige Zeitmarke in der Region dar: Mit dem Aschauer Markt endet der Sommer und mit ihm die Badesaison.

Es beginnt unwiderruflich der Herbst. Wenn um 17 Uhr die Marktstände schließen, die Buden abgebaut werden und die Standlleute zum nächsten Markt weiterziehen, bleibt den Aschauern, den Sachrangern und Frasdorfern und allen anderen die Gewissheit, dass sie alle im kommenden Jahr am ersten Septembersonntag wieder da sein werden, so wie es seit 467 Jahren in Aschau der Brauch ist.

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