Per Fahrrad von Bad Endorf bis zur Ostsee

von Redaktion

Manuela und Gerhard Forster legen 1050 Kilometer zurück

Bad Endorf – Einmal mit dem Fahrrad von der Haustüre in Bad Endorf bis zur Ostsee – nur mit eigener Muskelkraft. Das war schon lange ein Wunsch von Manuela und Gerhard Forster. Nur mit je zwei Satteltaschen ausgestattet starteten die beiden morgens bei herrlichem Wetter. Über Wasserburg, Haag und Moosburg ging es am ersten Tag dem Inn, der Isar und der Abens 122 Kilometer entlang bis nach Mainburg.

Mit der Fähre
über die Donau

Bei Kloster Weltenburg bei Kehlheim erreichten die zwei die erste Fähre, um die Donau zu überqueren. Am Altmühlkanal entlang kamen sie nach 113 Kilometern nach Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz. Durchs Altmühltal bis Nürnberg/Fürth verging die Zeit wie im Flug. Schleusenanlagen säumten den Weg. Über Forchheim gelangten die beiden nach Bamberg. Im Nachbarort fanden sie nach 122 Kilometern ein Quartier.

Die Bad Endorfer meisterten am vierten Tag 108 Kilometer sowie 790 Höhenmeter und erreichten die Wasserscheide Elbe/Rhein, die mit einer Gedenktafel gekennzeichnet ist. Die Etappe führte bis nach Ludwigsburg.

Am Folgetag radelten die zwei bei Regen bis Jena. Da es stetig bergab ging und es wenig Verkehr gab, blieben sie auf der Hauptstraße. Sie erreichten die Saale. An einem schönen Flussweg fuhren sie 121 Kilometer nach Naumburg, wo sie in einer Jugendherberge das letzte Zimmer bezogen.

Bei Gerhard Forster hatte sich die Achillessehne entzündet. Ein befreundeter Physio-Experte gab ihnen telefonisch Tipps, wie die Entzündung zu behandeln sei, und so radelten sie am nächsten Tag weiter. 124 Kilometer an der Saale entlang gestalteten sich als Herausforderung. Der Weg führte links und rechts die Hügel hinauf. Viele Burgen und alte Städte gab es zu bestaunen. Doch jeder Anstieg brachte die Radler an die Grenzen. Die Achillessehne von Gerhard Forster blieb ruhig und so erreichten sie Halle und fanden in Bernburg ein Zimmer.

Weiter ging es nach Barby, wo die Saale in die Elbe mündet. Die Landschaft ist flach. Zu sehen gab es riesige Ackerfelder und viele verlassene Häuser. Die Straßen durch die Dörfer haben grobes Kopfsteinpflaster. Nebenstraßen wurden immer mehr zu Feldstraßen und auf sandigem Untergrund auch zu Sandstraßen. Stets der Elbe entlang führte der Radweg durch Magdeburg nach Tangerhütte, wo die Bad Endorfer nach 116 Kilometern erschöpft ankamen.

Dann ging’s die Elbe entlang. Kaum noch Gasthäuser waren zu finden. Beide freuten sich daher über einen großen Markt. Dort konnten sie Trinkflaschen füllen und Essen kaufen. Durch viele Windrad-Parks radelten die zwei 124 Kilometer bis nach Karstädt. Vor allem für Manuela Forster nahm die Herausforderung mehr und mehr zu.

Doch nun hieß es „Endspurt“. Auf den letzten 85 Kilometern fuhren beide der Landstraße entlang nach Wismar an der Ostsee. Mittags erreichten sie Schwerin mit dem prachtvollen Schloss und gepflegten Gärten. Die EU ließ auf der Strecke einen neuen Radweg bauen. So genossen die Bad Endorfer den geteerten finalen Abschnitt.

Nach 1050 Kilometern, 4230 Höhenmetern und neun Tagen erreichten sie die Ostsee.

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