Ein Standesamt für drei Gemeinden

von Redaktion

Zusammenlegung beginnt ab 1. Januar 2023 – Was sich für die Bürger im Inntal ändert

Nußdorf/Neubeuern/Samerberg – Die Idee, dass die drei Gemeinden Nußdorf, Neubeuern und Samerberg einen Standesamtsbezirk bilden, ist nicht neu. Bereits vor sechs Jahren habe das Rosenheimer Landratsamt gesagt, dass eine Zusammenlegung Sinn machen würde, erklärt Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer in einer außerordentlichen Bürgerversammlung. Der Sitz des Standesamtsbezirks soll ab dem 1. Januar in Neubeuern sein. Für die Bürger aus den Gemeinden bedeutet das, dass sie für Beurkundungen grundsätzlich ins Neubeurer Rathaus fahren müssen. Dabei gibt es aber Ausnahmen.

Trauungen bleiben
vor Ort möglich

In der Gemeinde Samerberger wird es weiterhin eine Außenstelle geben. Die Dienste des Standesamts stehen weitgehend am Ort zur Verfügung, heißt es von Bürgermeister Georg Huber (Parteifreie Samerberger) auf Anfrage. Etwas, das allen drei Gemeinden erhalten bleibt, sind Trauungen. Wenn es die Paare wünschen, kann der Bürgermeister sie nach wie vor Ort abhalten. Für alle anderen Dinge, die das sogenannte Personenstandsgesetz betreffen, wie zum Beispiel eine Namensänderung, die Beurkundung von Sterbefällen oder Anerkennung von der Mutter- oder Vaterschaft müssen Nußdorfer und Samerberger, soweit ihre Außenstelle nicht besetzt ist, voraussichtlich ab Januar ins Auto steigen und bis zu 15 Minuten nach Neubeuern fahren. Dass die drei Gemeinden nun diesen Schritt in der Verwaltung gehen, hat vor allem personelle Gründe. Es reiche nicht aus, dass eine Gemeinde einen qualifizierten Standesbeamten vorhalten müsse, sondern dieser müsse auch die Vertretung sicherstellen, so Nußdorfs Bürgermeisterin.

Insbesondere Nußdorf würde zu den kleineren Standesämtern gehören, bei dem die Vertretung nur schwer umsetzbar sei. In Nußdorf würden zum Beispiel im Jahresdurchschnitt zehn bis zwölf Eheschließungen, 25 bis 30 Sterbefälle und eine Geburt abgewickelt. Das sei zu wenig, um eine Standesamtsleitung einzustellen, so Nußdorfs Bürgermeisterin.

Um Standesbeamter zu werden, sind zudem umfangreiche Lehrgänge und regelmäßige Fortbildungen notwendig, erläutert die Gastreferentin. „In Zeiten, in denen der Fachkräftemangel die Gemeinden hart trifft und in Zukunft noch härter treffen wird, ist es wichtig, zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen und Synergieeffekte auszunutzen“, sagt Grandauer.

„Die Gründe für mich und unser Gremium sind eigentlich recht klar“, erläutert Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider (Parteifreie Bürger für Neubeuern) die Beweggründe seiner Gemeinde gegenüber dem OVB. „Der Fachkräftemangel im Bereich des Standesamtswesen, die immer fortschreitende Komplexität und Spezialität der Anliegen und Sachverhalte verändern diesen Bereich stetig. Um die Qualität in der Sachbearbeitung aufrecht zu erhalten und eine gute Vertretung zu gewährleisten und später auch Kosten zu sparen ist es wohl aktuell der richtige Schritt.“ Alle drei Gemeinderäte haben daher in ihren Gremiumssitzungen für eine Zusammenlegung gestimmt. Damit der Standesamtbezirk „Inntal“ entstehen kann, muss nun auch noch das Landratsamt Rosenheim als zuständige Behörde der Zusammenlegung zustimmen.

Verbesserung statt
„Berührungsängste“

Samerbergs Bürgermeister Huber stellt klar: „Wir dürfen in dem Bereich keine Berührungsängste haben. Wir arbeiten interkommunal zusammen und damit kommt es zu einer Verbesserung.“

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