„Kultur ist nicht gefährlich“

von Redaktion

Rückblick auf Theater und Ausstellungen in Corona-Zeiten

Stephanskirchen – Kultur ist nicht gefährlich – mit dieser Aussage sorgte Lonika Herzog für Schmunzeln im Haupt- und Finanzausschuss. Die Kulturbeauftragte der Gemeinde bezog sich darauf, dass sich 2020 und 2021 bei den wenigen kulturellen Veranstaltungen, die stattfinden konnten, nachweislich niemand mit Corona infiziert hatte. Die Räte der Gemeinde aber nahmen die doppelte Bedeutung amüsiert zur Kenntnis.

Angebote unter freiem Himmel

Über was soll die Kulturbeauftragte berichten, wenn Corona zwei Jahre lang die Kultur lahmlegt und sie ein weiteres einschränkt? Ausstellungen? Gestrichen. Theater? Gestrichen. Konzerte im Saal? Sehr schwierig und deswegen nur eine Handvoll. Viel passiert war zu Lonika Herzogs Bedauern nicht.

„Aber dann taten sich sieben Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft und Ausrichtung zusammen und stellten zur Unterstützung der örtlichen Gastronomen und Künstler den „Sommer dahoam“ auf die Beine.“ Die Veranstaltungsreihe lief in den Sommerferien, nahezu alle Angebote fanden unter freiem Himmel statt. Nach der geglückten Premiere 2020 ging es 2021 und 2022 erfolgreich weiter. „Eine tolle Reihe – emotional und qualitativ“, lobte Petra Schnell (UF) den „Sommer dahoam“.

Aus dem zusammengewürfelten Organisationsteam des ersten Jahres wurde der Kulturclub Stephanskirchen. „Neueste Nachricht: Er ist als e.V. anerkannt“, berichtete Lonika Herzog. 2023 seien schon Veranstaltungen anlässlich des 100. Geburtstages von Otfried Preußler in Planung, blickte die Kulturbeauftragte voraus. Und sie wünscht sich mehr Konzerte für Kinder und Senioren, „diese Gruppen dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.“ Janna Miller (Die Grünen) war sofort dabei: Kleine Menschen an Musik oder Theater heranzuführen fände sie toll, „gerne kindgerechte 45 Minuten, in denen die Kinder auch herumlaufen oder quietschen dürfen. Ich bringe mich gerne ein.“

Uwe Klützmann-Hoffmann (SPD), Vorsitzender des Sportvereins, bot das Vereinsheim des SVS für Seniorenkonzerte an. Auch über einen Nebenraum für Proben könne man reden.

Runderneuerung
des Antretter-Saals

Lonika Herzog, vom Bürgermeister gerne als „Grand Dame der Kultur in Stephanskirchen“ bezeichnet, musste aber auch Kritik loswerden: „Der Antretter-Saal braucht eine Runderneuerung. Er wirkt schmuddelig, die Vorhänge sind verschlissen, die Stühle kaum zu bewegen und die Technik ist nicht überragend.“ Das sahen zwar Verwaltung und Kommunalpolitiker genauso, es war aber auch allen Anwesenden klar, dass das nicht in ein paar Monaten zu beheben ist. Dazu ist die Gemengelage zu schwierig. Es gibt zu viele Akteure – Besitzer, Wirtin, Brauerei, Gemeinde– die mitzureden haben oder mitreden wollen.

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