Betreiber sieht Naturschutz gesichert

von Redaktion

Erneuerung der Kampenwandbahn ist durch umfassende Unterlagen gerichtsfest

Aschau – Die Kampenwandseilbahn hält an ihren Plänen einer maßvollen Erneuerung fest: „Das Landsratsamt Rosenheim hat schon 2017 beschieden, dass unser Konzept den gesetzlichen Erfordernissen entspricht. Wir sind deshalb überzeugt, dass auch das Verwaltungsgericht dies so sehen wird“, sagt Eric Zbil, Geschäftsführer des Familienunternehmens Kampenwandseilbahn GmbH.

30 Aktenordner
an Unterlagen

Die naturschutzfachlichen Aspekte seien im Rahmen des Genehmigungsverfahrens umfassend geprüft worden. „Die Unterlagen füllen mehr als 30 Aktenordner. Wir haben jederzeit im engen Austausch mit Gemeinde und Landkreis gestanden, am Ende hat das Landratsamt unser Vorhaben uneingeschränkt genehmigt“, erklärte Zbil.

Anfang 2021 hatte das Landratsamt noch Nachfragen gestellt, und auch hier hat der Betreiber aus seiner Sicht alles unternommen, um den Naturschutz bestmöglich zu berücksichtigen. Das hat das Landratsamt Ende Juni 2022 auch bestätigt.

„Die auf Wunsch der Unteren und Höheren Naturschutzbehörde geänderte naturschonendere Baulogistik und die zusätzlichen naturschutzfachlich begründeten Auflagen, aber auch die freiwillige Begrenzung der bisherigen Betriebszeiten auf das seit Langem übliche Maß gewährleisten eine umfängliche Naturverträglichkeit des Vorhabens.

Deshalb wäre jetzt der Weg frei, dass das Amt seinen Genehmigungsbescheid für sofort vollziehbar erklärt“, meint Zbil, „diese sofortige Vollziehbarkeit müsste gerade im – richtig verstandenen – Interesse auch des Bund Naturschutz liegen.“

Das Verwaltungsgericht könne im Wesentlichen nur noch das neue Baulogistikkonzept überprüfen, das eine bessere Naturverträglichkeit der Baumaßnahmen an der Bergstation erreichen soll. „Dazu gehört zum Beispiel die Materialseilbahn. In der Genehmigung von 2017 war ein Materialtransport durch die Luft vorgesehen. Zum Schutz des Birkwildes reduzieren wir diese auf ein Mindestmaß und setzen eine Materialbahn ein“, so der Geschäftsführer.

Die Änderungsgenehmigung vom Juli 2022 betrifft außerdem noch verschiedene natur- und umweltrechtliche Nebenbestimmungen, die die Umweltverträglichkeit des Gesamtvorhabens weiter erhöhen sollen.

Rückkehr zu
Transportflügen?

Hätte der Bund Naturschutz aber Erfolg damit, mit der Materialseilbahn die geänderte Baulogistik anzugreifen, würde er faktisch die Rückkehr zu Transportflügen erwirken, meint Zbil. Entweder sei dem Bund Naturschutz das nicht bewusst oder er wolle das gesamte Erneuerungsprojekt zu Fall bringen. In diesem Fall wäre es wohl ehrlicher, er würde offen sagen, er wolle nach 65 Jahren den Betrieb der Kampenwandseilbahn zu einem Ende bringen und das „in einem Gebiet, das weder Naturschutzgebiet noch Natura-2000-Gebiet ist und auch nach dem Alpenplan einer Weiternutzung offensteht“.

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