Frasdorf – Die Gemeinde wird in den kommenden Jahren viel Geld zum Schutz ihrer Bürger in die Hand nehmen: die Einsatzfahrzeuge der drei Ortsfeuerwehren Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und müssen nach und nach ersetzt werden. Die Fahrzeuge vom Typ LF8 stammen noch aus dem vergangenen Jahrhundert und wurden in Frasdorf 1996, in Wildenwart 1998 und in Umrathshausen 2000 in Betrieb genommen.
1,2 Millionen Euro
für Ersatzautos
Aktuell müsste die Gemeinde Frasdorf für den Ersatz rund 1,2 Millionen Euro aufbringen, knapp 300000 Euro staatliche Zuschüsse sind zu erwarten. Die Gemeindeverwaltung, die Kreisbrandinspektion und die Kommandanten der drei Ortsteilfeuerwehren entwickelten miteinander einen Plan, wie die Feuerwehren in den kommenden Jahren mit neuen Einsatzfahrzeugen ausgestattet werden sollen. Die Kommandanten Sepp Weber (Frasdorf), Martin Dialler (Umrathshausen) und Florian Fischer (Wildenwart) stellten dem Gemeinderat zusammen mit Kreisbrandrat Richard Schrank das Konzept vor.
Laut Schrank beträgt die Einsatzdauer von Feuerwehrfahrzeugen maximal 30 Jahre, danach sind Reparaturen und Instandhaltung nicht mehr wirtschaftlich. Der Markt und die Fachwerkstätten bieten für so altes Gerät keine Ersatzteile mehr an, auftretende Schäden müssten dann mit teuren Einzelanfertigungen behoben werden.
Schrank wies darauf hin, dass die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges von der Planung und Bestellung bis zur Auslieferung derzeit etwa drei bis vier Jahre dauere. Die Gemeinde habe durch die Vorarbeiten die Möglichkeit, Bestellungen, Auslieferung und Bezahlung so zu strecken, dass die Kosten für alle drei Fahrzeuge nicht in einem Haushaltsjahr anfallen.
Die Feuerwehr Frasdorf soll mit einem Tanklöschfahrzeug TLF 3000 ausgestattet werden, die Kosten liegen bei rund 400000 Euro, ein Zuschuss von 77000 Euro ist zu erwarten. Das Fahrzeug bietet gegenüber dem vorhandenen Feuerwehrauto mit 3000 Litern gegenüber 800 ein Mehrfaches an Löschwasser, ein Vorteil, der gerade bei der Zersiedelung des Gemeindegebietes mit seinen 74 Gemeindeteilen, darunter vielen Weilern mit mangelhafter Löschwasserversorgung, entscheidend sein könnte.
Durch dieses Mehr an Löschwasser ist die Kabine kleiner und bietet weniger Platz für die Mannschaft. Um stets genügend Personal im Einsatz zu haben, ist die Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens vorgesehen, der neben dem Mannschaftstransport auch für kleinere Einsätze wie Sicherheitswachen, Kontrollfahrten oder Ausbildungsfahrten genutzt werden kann. Die Kosten für dieses Fahrzeug liegen bei rund 90000 Euro, der Zuschuss beträgt hier 13800 Euro.
Die Wehren Umrathshausen und Wildenwart sollen mit je einem LF 20 KatS ausgestattet werden, hier liegen die Kosten bei 400000 Euro und der Zuschuss bei 96800 Euro. Das Fahrzeug bietet die doppelte Menge an Löschwasser und Schlauchmaterial, als die bisherigen Autos LF8, zusätzlich umfasst der Rüstsatz die umfangreiche Katastrophenschutzausstattung.
Kämmerer Andreas Oppacher erklärte, dass die Gemeinde durch ihre sparsame Haushaltsführung auch dieses Konzept umsetzen könne und in den kommenden Haushaltsjahren entsprechende Mittel eingestellt werden können.
Länger warten
treibt die Kosten hoch
Julian Richter (PFWF) schlug vor, die Beschaffungen auf einen längeren Zeitraum zu strecken, sonst habe man in 25 Jahren wieder das gleiche Problem, drei Fahrzeuge auf einmal ersetzen zu müssen. Schrank wies darauf hin, dass bei einer Streckung der Beschaffung auch entsprechende Mehrkosten entstehen; erfahrungsgemäß erhöhen sich die Kosten jedes Jahr um etwa acht Prozent. „Je länger gewartet wird, umso teurer wird das Fahrzeug“.
Lorenz Wollschlager forderte eine genauere Planungsgrundlage des zeitlichen Ablaufs. Gabriele Stein (FWU) wollte wissen, was mit den ausgemusterten Fahrzeugen geschehen soll; hier war die einhellige Meinung, darüber entscheide man, wenn es so weit ist.