Aschau – „Ein Ortsleben ohne ehrenamtliche Arbeit ist unvorstellbar“, sagt Bürgermeister Simon Frank (Zukunft für Aschau) bei der Verleihung des Sachrang-Preises. „Leider müssen wir uns in der Gemeinde bei unserer täglichen Arbeit ständig steigende Ansprüche und ständig wachsende Forderungen anhören, aber kaum einer will selbst etwas dafür leisten.“ Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe werde nicht mehr vorgelebt, so Frank, kaum einer krempele die Ärmel auf und mache etwas, ohne Rücksicht auf seine eigene Person und damit verbundene Einschränkungen. Frank betonte, dass gerade die Verleihung des Sachrang-Preises stets mit einem außergewöhnlichen Engagement der Preisträger für die Gemeinschaft verbunden gewesen sei. Dies sei bei der diesjährigen Auszeichnung besonders spürbar.
Aktiv in Kirche
und Gemeinderat
Der ehemalige Seniorenbeauftragte und Gemeinderat Philipp Ramming erhielt den mit 2000 Euro dotierten Preis der Sachrang-Stiftung. Sebastian Pertl, Mitglied des Stiftungsbeirates, gab die Gründe bekannt, die das Gremium bewogen hatte, den Preis an Philipp Ramming zu verleihen. „Er engagierte sich nach seinem Zuzug nach Aschau jahrelang bei den kirchlichen Veranstaltungen der evangelischen Kirche in Aschau und kam als Nachrücker für die CSU in den Gemeinderat. Zehn Jahre war er als Seniorenbeauftragter für die Gemeinde Aschau tätig.“
Während dieser Zeit organisierte er neben der alltäglichen Seniorenarbeit im Aschauer Helfer-Kreis das monatliche Repair-Café in der Preysing Grundschule und sorgte sich um die Anschaffung des Seniorenbusses, der heute für Aschau nicht mehr wegzudenken ist. „Nicht genug damit“, führt Ramming weiter aus. „Regelmäßig teilte er sich auch als Fahrer des Busses ein und sorgte dafür, dass der Aschauer Helfer-Kreis (AHK) noch ein weiteres Fahrzeug erhielt, das für alle Senioren zur Verfügung steht.“ Seit der Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft Chiemgau wirkte er als Finanzvorstand fünf Jahre lang ehrenamtlich in der Vorstandschaft mit.
Neben dem Sachrang-Preis für Philipp Ramming förderte der Stiftungsrat drei weitere Projekte im Gemeindebereich mit jeweils 500 Euro: Der Heimat- und Geschichtsverein Aschau, der Verein Mütter für Mütter und die Jugendkapelle Aschau erhielten einen entsprechenden Scheck aus den Händen der Vorstandschaft.
Die Vorsitzende Monika Pfaffinger stellte den Gästen im evangelischen Gemeindezentrum die Sachrang-Stiftung und ihre Fördermaßnahmen seit 2012 sowie ihren Stifter Robert Huber vor. Huber brachte sein gesamtes Vermögen in die neu gegründete Stiftung für das Priental ein und legte dabei folgende Stiftungsziele für eine mögliche Förderung fest: Bürgerschaftliches Engagement, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung sowie Heimatpflege im Priental. „Die Stiftung wird weiterhin ihr Engagement und ihre Tätigkeit an dem Auftrag Robert Hubers ausrichten: „Vorangehen – die anderen kommen schon nach“. Seit 2012 wurden insgesamt 14250 Euro Preisgeld nach einer strengen Auswahl durch den Stiftungsvorstand vergeben.
Inflation erschwert
Förderauftrag
„Die steigende Inflation hat uns fest im Griff. Wir werden uns noch mehr bemühen, die kommenden Herausforderungen zu bewältigen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Sachrang-Stiftung, Dieter Höpfner. Die Stiftung müsse sich anstrengen, beim derzeitigen Zinsniveau das Stiftungsvermögen zu erhalten und genug Geld für den Stiftungszweck zu erwirtschaften. Wie gut dies in der Vergangenheit erreicht wurde, beweisen die bisher viermalige Vergabe des Sachrang-Preises mit einem Förderbetrag von je 2000 Euro und die 19 weiteren Förderungen in einem Rahmen von 250 Euro bis 1500 Euro. „Um weiterhin unserem Förderauftrag nachzukommen, sind wir auf jede Art von Zustiftung und Spenden angewiesen“.