Mit Mut Investitionsstau aufzulösen

von Redaktion

Bei der Bürgerversammlung setzt Rathauschef Alois Loferer auf ein „Miteinander“

Bad Endorf – Viel war vom „Miteinander” die Rede, aber auch vom „nötigen Mut“, um den Investitionsstau aufzulösen. Bei der sehr gut besuchten Bürgerversammlung der Marktgemeinde Bad Endorf in der Mehrzweckhalle gab Bürgermeister Alois Loferer (CSU) erstmals in seiner Amtsperiode einen mit Fotos gespickten Überblick, was der Gemeinderat seit der konstituierenden Sitzung im Mai 2020 bewegt hat und was es weiter zu verfolgen gilt.

Differenz von
20 Millionen Euro

Viel habe man für das Wohl der Bürger in der 8000 Einwohner umfassenden Gemeinde erreicht, betonte Loferer. Seien es neue Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, der Umbau des Friedhofs oder Fahrzeugbeschaffungen für die freiwillige Feuerwehr. Den Haushalt streifte Loferer nur kurz. In den kommenden Jahren sehen die Ausgaben im Vermögenshaushalt in der Summe gut 90 Millionen Euro vor, an Einnahmen machen jedoch nur gut 70 Millionen Euro. Die Differenz werde man aus den Rücklagen der Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt erbringen beziehungsweise erwirtschaften. Der große Investitionsstau müsse aufgelöst werden, da müsse man mutig sein. Die Lärmsanierung der Bahnstrecke in Endorfs Mitte erläuterte der Rathauschef genau so ausführlich wie Bauleitplanungen in der Marktgemeinde. Der Gemeinderat lasse hier eine große Sorgfaltspflicht walten, auch wenn es immer mehr Stellungnahmen gebe: Im Hoch- und Tiefbau habe der Gemeinderat ebenfalls viel bewegt. Seien es Gebäudesanierungen wie beispielsweise das FFW-Haus in Bad Endorf, der Brandschutz im Rathaus, der Neubau der Kindertagesstätte, die Digitalisierung der Schulen im Gemeindegebiet, der Breitbandausbau oder Maßnahmen zum Hochwasser- und Gewässerschutz.

In der finalen Planung seien der Neubau des Schulzentrums, ein Nahwärmenetz und ein Kreisverkehr beim Endorfer Hof zur Verkehrsentlastung. „Wir halten an dem Projekt fest.” Auch sollen mehr Radwege wie beispielsweise zwischen Mauerkirchen und Rimsting oder zwischen Schlicht und Hartmannsberg „Hier haben wir einen Grundsatzbeschluss gefasst” entstehen.

Stichwort Klimaschutz: auch hier habe die Marktgemeinde in den vergangenen beiden Jahren viel erreicht, lobte der Rathauschef. Neu seien unter anderem die Energieberatung im Rathaus und die Teilnahme am geförderten Klimaschutzkonzept und -management. Den Touristik-Sektor ließ Bürgermeister Loferer ebenfalls nicht unerwähnt. Der On-Demand-Verkehr „Rosi“ werde so gut angenommen, dass der RVO seinen Ortsverkehr zum Jahresende einstellen werde.

Bürgermeister Loferer erwähnte die verschiedenen Angebote der Tourist-Info wie den Kurpark mit seinem Kneippbecken, das Ferienprogramm oder die Orangerie. Eine Wertschöpfung für Gäste und Bürger gleichermaßen. Dies bestätigten auch die Auslastungszahlen. Im Vergleich zu 2021 gab es im Zeitraum Januar bis September einen Zuwachs bei den Übernachtungen von 36 Prozent.

Kulturelle
Vielfalt im Ort

Überhaupt sei Bad Endorf gut aufgestellt: Chiemgau Thermen, Fair-Trade-Teilnehmergemeinde, die vielen Vereine, dazu die Kultur-Veranstaltungen über das ganze Jahr. Als Beispiele führte Loferer das Gautrachtenfest und Theateraufführungen an. Dazu noch die Partnerschaften mit Vomp, Tirol, und mit Volovec, Transkarpatien. Ihnen widmete er einen besonderen Gruß: „Wir denken an unsere Freunde aus der Ukraine.”

Bürgermeister Loferer betonte, dass nur miteinander Bad Endorf „ein bisschen besser” werden könne. Im kommenden Jahr werde Bad Endorf erneut groß feiern, versprach Bürgermeister Alois Loferer: 50 Jahre Markt und dazu noch 1100 Jahre Endorf.

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