Ein neues Zuhause für die Feuerwehr

von Redaktion

Gemeinde investiert 6,7 Millionen Euro für den Bau – Einweihung am Samstag

Kiefersfelden – Nicht mehr lange ist es hin, bis die Feuerwehrler aus Kiefersfelden in ihr funkelnagelneues Domizil an der Thierseestraße einziehen können. Wo jetzt noch Betriebsfahrzeuge den freien Platz nutzen und die vielen Handwerker im Gebäude rumwuseln und letzte Hand anlegen, soll schon ab Ende der Woche die freiwillige Feuerwehr auf neue Einsatzbefehle warten. Die lange Zeit der behelfsmäßigen Unterbringung auf dem Zementwerksgelände ist dann Geschichte.

Ausreichend
Platz für Geräte

Nicht nur beim stellvertretenden Kommandanten Christian Schmid ist die Vorfreude riesengroß. „Wir stehen alle bereits in den Startlöchern.“ Schon seit geraumer Zeit sind er und seine Kameraden emsig am Arbeiten. „Wir haben bereits Teile unserer Ausrüstung und einige Geräte ins neue Haus gebracht und auch eine Stellprobe mit unseren Fahrzeugen war erfolgreich.“ Zurückblickend auf die Zeit in der Behelfsunterkunft empfand er diese als „sehr gute Lösung. Wir hatten ausreichend Platz für unsere Übungen und auch die Einsatzbereitschaft war immer gegeben. Das hätte nicht viel besser sein können. Unser Dank geht an die beiden Unternehmen Dettendorfer und Wiesböck, die uns den Platz großzügig zur Verfügung gestellt haben.“

Baustoffprobleme
gab es nur am Anfang

Auf die sich mit dem Neubau verbesserten Einsatzbedingungen legen er und seine Kameraden besonderen Wert. „Das Ausrücken der Mannschaften geht durch die baulichen Gegebenheiten jetzt deutlich schneller, denn der hochtechnisierte Funk- und Einsatzraum ermöglicht eine schnellere Alarmierung und Koordinierung der Einsätze. Und wir sind schon jetzt vorbereitet auf die kommende digitale Alarmierung.“ Bauleiter Michael Horn und der technische Leiter des Kieferer Bauamts, Andreas Horn, sind ständig vor Ort, um letzte Tätigkeiten zu koordinieren. Sie loben unisono den gesamten Ablauf der umfangreichen Arbeiten. „Nur anfangs gab es Baustoffprobleme bei Röhren und Dämmung, doch die konnten recht schnell gelöst werden“, erinnern sich beide.

Die baulich außergewöhnliche Maßnahme, nämlich die rückwärtige Außenmauer des Gebäudes zugleich als Damm für den vorbeilaufenden Kieferbach-Mühlbach-Kanal zu nutzen, bescherte den Planern und den Blauröcken zusätzliche 420 Quadratmeter Innenraum, der sinnvoll genutzt wird. Zunächst stand ein aufwendiges Vorgehen auf der baulichen Agenda, da der Kanal komplett trockengelegt werden musste, mit einem zeitraubenden und arbeitsintensiven Umzug des im und am Wasser lebenden Getiers. „Doch das hat sich für alle Seiten gelohnt“, stellt Andreas Horn fest. Auf der relativ kleinen Grundfläche von 1500 Quadratmetern, die im Wesentlichen gleich ist mit der Fläche des abgerissenen Feuerwehrgebäudes, entstand in gut eindreiviertel Jahren das zweigeschossige Haus in Trapezform mit zehn großen Toren und entsprechenden Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge und auch das Rettungsboot.

Beschirmt von einem Satteldach mit Fotovoltaikanlage und offenem Treppenhaus umschließt der Neubau mehr als 30 Räume auf zwei Etagen.

Neben der riesigen Garage mit ihren Stellplätzen finden Unterrichts- und Besprechungsraum ausreichend Platz.

Eine moderne Küche, Toiletten, auch barrierefrei, ein Ruhe- und Waschraum sowie komfortable Lagermöglichkeiten für Material und Gerät sind zu finden und eine weitgehend barrierefreie Bauweise konnte ebenfalls berücksichtigt werden. Vor allem der nun abgeschottete Einsatzraum ermöglicht es den diensttuenden Floriansjüngern, in Ruhe und ohne Störung von außen die Einsätze zu koordinieren. Feuerwehrkommandant Kilian Hager brachte es abschließend auf den Punkt: „Ein Feuerwehrhaus darf auch schön sein, und die nächsten 50 Jahre sollte der Platz ausreichen, auch wenn die Einsatzfahrzeuge noch größer und die Technik vielfältiger werden sollte, denn das ist bereits bei der Planung des Feuerwehrhauses mit eingeflossen.“ Diesem Urteil schlossen sich seine Einsatzkameraden ohne Wenn und Aber an.

Dank für tatkräftige
Unterstützung

Bürgermeister Hajo Gruber (UW) dankte im Namen der ganzen Gemeinde „für die hervorragende Arbeit, die hier geleistet worden ist. Und das war nur möglich, weil alle zusammengearbeitet haben. Vor allem bei den wöchentlichen Besprechungen konnten auftretende Probleme sofort angepackt werden und alle haben am gleichen Strang gezogen.“ Besonders stellte er nochmals die hervorragende fachliche und tatkräftige Unterstützung der Feuerwehr heraus, „ohne die wir wahrscheinlich noch lange nicht so weit wären“.

Vielleicht sogar
weniger Kosten

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Kosten für das Projekt, ursprünglich mit 6,7 Millionen Euro veranschlagt, „nicht überschritten werden, wenn alles weiter so gut läuft. Vielleicht bleiben wir sogar noch etwas darunter“, so die durchaus realistische Aussage von Andreas Horn. Auch das ursprüngliche Zeitfenster für den Umzug in den Neubau wurde nicht wesentlich überschritten, „vor allem müssen wir keinen zweiten Winter in unserem Provisorium auf dem Zementwerksgelände mehr verbringen“, freut sich der Kommandant mit seinen Leuten schon jetzt.

Der Umzug ist für Samstag, 5. November, um 13.30 Uhr angesagt, und alle Kieferer und Gäste können dabei sein.

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