Halfing – In der Halfinger Bürgerversammlung haben die Bürgermeisterin Regina Braun (CSU) und Geschäftsführer und Kämmerer Marco Binder nicht nur einen Überblick über die finanzielle Lage der Gemeinde gegeben, sondern informierten auch über die aktuellen Projekte und Herausforderungen, die auf die knapp 3000 Einwohner zukommen.
Der Gesamthaushalt der Gemeinde Halfing hat heuer ein Gesamtvolumen von rund zehn Millionen Euro. Das sind 4,7 Millionen Euro für den Vermögenshaushalt. Die größten Ausgaben fallen bei der Kindertagesstätte, bei der neu sanierten Mehrzweckhalle und beim Erwerb von Baugrund an. Der Verwaltungshaushalt liegt bei 5,7 Millionen Euro.
628 Euro
Schulden pro Kopf
Die größte Einnahmequelle der Gemeinde ist die Einkommensteuerbeteiligung. Binder geht derzeit davon aus, dass sie für das Jahr 2022 bei 1,7 Millionen Euro liegt. Die drastischste Veränderung im Zahlenwerk der Gemeinde ist der Schuldenstand. Durch den Erwerb der Reismühle im Ort sowie der Behebung der Sturmschäden vom Jahr 2021 wird der Schuldenstand bis zum Jahresende von circa 150000 Euro auf rund 1,8 Millionen Euro ansteigen. Damit hat Halfing am Ende des Jahres eine Pro-Kopf-Verschuldung von 628 Euro.
Braun verteidigt die Ausgaben. Entwicklungen nur mit dem Blick auf den Schuldenstand zu stoppen, sei nicht zielführend. Zudem würden sich die Investitionen lohnen.
Angefangen bei dem Neubau des Bauhofs. Ein Grundstück wurde bereits von der Halfinger Verwaltung erworben und vermessen. Derzeit werde der Flächennutzungs- und Bebauungsplan aufgestellt. Für den Bau sollen, so Binder, 2023 rund eine Million Euro im Haushalt eingeplant werden, 2024 nochmals 600000 Euro.
Auch beim geplanten Halfinger Gewerbegebiet stelle man gerade den Flächennutzungs- und Bebauungsplan auf. „Das Gebiet muss in den Hochwasserschutzmaßnahmenkatalog mit einbezogen werden“, erklärt Braun.
Der komplette Abschlussbericht zum Hochwasserschutzkonzept soll der Verwaltung im Dezember vorliegen, so die Bürgermeisterin.
Das Konzept sei in den vergangenen zwei Jahren modifiziert worden. Zuletzt nach dem verheerenden Unwetter im Sommer 2021, bei dem unter anderem auch die Mehrzweckhalle unter Wasser stand.
Die Halle kann seit Oktober wieder von Schulen und Vereinen genutzt werden und hat ihre erste „Feuerprobe“ bei der „Laterndlparty“ bestanden, so die Bürgermeisterin. Die Heizung könne Ende des Monats in Betrieb genommen werden.
Die Halfinger Verwaltung hat heuer die Reismühle, das Brunnerhaus und ein sogenanntes Quartier erstanden. Nach Einholung eines Bodengutachtens soll der Gemeinderat das Kommunalunternehmen mit dem Abriss der Reismühle und des Brunnerhauses beauftragen.
Im Jahr 2023 sehe der Halfinger Haushalt rund 500000 Euro für das Projekt vor. „Die niedrige Summe ergibt sich deswegen, weil die Verwaltung das Kommunalunternehmen gründet und die Kosten dann außerhalb des Halfinger Haushalts abgerechnet werden.“
Braun sprach ebenfalls das Verkehrsaufkommen innerhalb der Gemeinde an. Zum einen sei die Verwaltung zusammen mit den Bürgerinitiativen nach wie vor an Themen wie Fußgängerampeln, Querungshilfen und einer Geschwindigkeitsbegrenzung dran.
Zum anderen sei auch eine Ortsumfahrung nach wie vor im Gespräch. Halfing habe aber nicht das Geld, eine Umfahrung zu bauen. Deswegen versucht die Verwaltung, die Regierung von Oberbayern für das Projekt zu gewinnen. Dazu braucht es einen positiven Beschluss vonseiten des Gemeinderats.
Die Regierung muss dann die Wirtschaftlichkeit feststellen und eine Umweltprüfung durchführen und wird dann entsprechend entscheiden. „Die Planungsdauer bis zu einer baulichen Umsetzung liegt bei 20 bis 30 Jahren“, sagt Braun.
Zum Umgang
mit Blackouts
Aufgrund der aktuellen Weltlage sprach Braun ebenfalls die Möglichkeit eines eventuellen Blackouts an. Aus Gesprächen mit dem Landratsamt und dem Krisenmanagement seien lang- anhaltende Stromausfälle eher unwahrscheinlich. „Grundsätzlich gilt der Appell an die Eigenverantwortlichkeit, seine eigene Grundversorgung in einer vernünftigen Vorratshaltung zu organisieren“, sagt Braun. Ein entsprechender Flyer werde mit dem nächsten Bürgerbrief versandt.
Während der Fragerunde meldete sich Alfons Kapser. Er beschrieb einen Traum, indem unnötige Flächenversiegelung der Vergangenheit angehöre und alle Halfinger auf Fahrräder umsteigen.
Braun bedankte sich abschließend bei allen Zuhörern und bei den Mitarbeitern in der Verwaltung. „Die Arbeit macht Freude und Spaß.“