Zum Bericht „Grüne sehen eine Chance für LEO“ (Lokalteil):
Ein grundsätzlicher Fehler bei uns ist, dass sich eine Bahnstrecke oder ein neuer Bahnhalt immer wirtschaftlich „rentieren“ muss (mehr als 1000 Fahrgäste pro Tag). Bei kleinen Gemeindeverbindungsstraßen zwischen Hauptort und Weilern, auf welchen pro Tag weniger als 50 Autos fahren, stellt die Frage auch keiner, weil es zur Grundversorgung gehört.
Genauso sollte es zur Grundversorgung gehören, Bahnlinien (noch dazu bereits vorhandene) zu betreiben, wenn dadurch mehrere Orte und eine gewisse Anzahl von Einwohnern die Chance bekommen, in weniger als fünf Kilometer Entfernung zum Wohnort einen Bahnhalt zu bekommen. Denn nur wer die Chance hat, in der Nähe des Wohnortes in die Bahn zu steigen, fährt dann eventuell auch nach Prien oder Rosenheim mit dem Zug. Zusätzlich könnten die Autos einiger Pendler, die durch Bad Endorf nur zum Pendlerparkplatz am Bahnhof fahren, aus dem Ort draußen gehalten und Straßen und Pendlerparkplatz in Bad Endorf entlastet werden.
Wenn man die Leute zum freiwilligen Umsteigen bewegen will, ist es wichtig gute Angebote zu schaffen. Anbetrachts der üblichen Planungszeiten wäre es „höchste Eisenbahn“ diese jetzt zu beginnen.
Statt über Hinderungsgründe sollte man lieber gleich über einen möglichen zukünftigen Weiterbau von Obing nach Altenmarkt oder Trostberg mit Anschluss an die Bahnlinie Traunstein – Mühldorf nachdenken. So würde man auch die 1000 Fahrgäste pro Tag in naher Zukunft locker übertreffen können. So eine Bahnlinie sollte auch nie als Konkurrenz zu Bussen oder zur ROSI gesehen werden, im Gegenteil könnte die ROSI die Leute an die Bahnhalte bringen, wäre also die perfekte Ergänzung. Allen skeptischen Gemeinderäten zwischen Bad Endorf und Obing lege ich eine gemeinsame Informationsreise zur erfolgreich reaktivierten Vintschgaubahn ans Herz.
Matthias Dangl
Riedering