Der lebende Kalender von Neubeuern

von Redaktion

Andachten von Kindergärten und Asylhelferkreis „Offen für alle“

Neubeuern – „Besonders schön sind geschmückte, beleuchtete Fenster – im Idealfall von der Straße einsehbar“, schwärmt Organisatorin Marita Faßhauer. Sie habe in den vergangenen Jahren bereits ein Engel- und ein Friedensfenster gestaltet. Am 1. Dezember beginnt die Aktion. Zudem gibt die Nachbarschaft Neuwöhr eine Andacht an der örtlichen Kapelle. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr. Nur am 3., 10. und 11. Dezember finden keine Andachten statt.

Die Leute sind
extrem kreativ

„Ursprünglich sollte der ‚Lebendige Adventskalender‘ nur an den Wochentagen stattfinden“, sagt Faßhauer. Denn am Wochenende seien auch andere, vor allem kirchliche Veranstaltungen in Neubeuern. Doch heuer war der Ansturm groß. Alle Wochentage seien ausgebucht gewesen und es gab noch weitere Anfragen. Deshalb gibt es heuer auch am Wochenende Andachten. Die Dekoration ist der Fantasie der Gastgeber überlassen. Auch den thematischen Teil könnten sie selbst gestalten, mit einer Geschichte oder Gedicht zum Advent. „Sie glauben gar nicht, wie kreativ die Leute sind“, sagt Faßhauer. Ein Segen am Ende ist aber immer Teil des Rituals.

Zudem habe es sich eingebürgert, dass die Gastgeber Tee, Punsch oder Glühwein reichen. In Neubeuern findet die Aktion zum siebten Mal statt, 2021 fiel sie wegen der Corona-Pandemie aus. Auf der Webseite der Gemeinde gab es als Ersatz einen Online-Adventskalender.

Wegen des Coronavirus finden die Treffen auch heuer draußen statt – bei jedem Wetter, auf der Terrasse, im Garten oder der Garageneinfahrt. Meist kämen bis zu 40 Personen. „Viele kommen mehrmals und singen begeistert von der Vielfalt“, sagt Faßhauer. Mit ihrem Team hat die Neubeurerin alle Gastgeber eingeladen: Privatpersonen, die Hohenau-Schule, die Pfarrgemeinde Neubeuern und den Pfarrkindergarten.

Während die Kinder das erste Mal mitmachen, sind die Jungen und Mädchen des Gemeindekindergartens Zwergerlburg fast schon Profis. Sie hätten schon öfter etwas zum „Lebendigen Adventskalender“ beigetragen.

„Es ist einfach ein schönes Zusammenkommen von Familien und Gemeindemitgliedern“, sagt Michaela Fischer, Leiterin des Kindergarten Zwergerlburg. Dieses Jahr sind die Zwergerl am Freitag, 9. Dezember, dran. Die Kinder werden die Dekoration selbst basteln.

Die Kindergarten-Leiterin findet die Aktion toll: „Das bringt Weihnachtsstimmung, da freut man sich gleich mehr.“ Auch den Jungen und Mädchen gefalle die Veranstaltung. Dadurch, dass sie selbst teilnehmen, hätten sie auch Interesse an den anderen „Kalendertürchen“. Nicht nur an den Kindergärten, auch vor Kapellen rund um Neubeuern werden Andachten stattfinden. Am 2. Dezember organisiert der Ayslhelferkreis eine Andacht mit Geflüchteten und Einheimischen. „Das haben wir schon einmal gemacht und das war ein buntes Fest. Alle haben mitgemacht“, erinnert sich Faßhauer. Dieses Jahr soll es genauso sein.

Buntes Fest
für Geflüchtete

Das Team hat einen Wegweiser herausgegeben. Darin stehen alle Infos: um 18 Uhr wird symbolisch ein Adventstürchen oder -fenster geöffnet. Nach der Begrüßung und Vorstellung wird Faßhauer zufolge gelesen, gesungen und gelacht. „Manchmal ist auch ein Instrument dabei, ich spiele Flöte“, sagt sie. Das Team habe ein Liederheft angelegt, aus dem die Teilnehmer etwas singen könnten. Das Spektakel dauere nicht länger als 20 Minuten.

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