Teurer Strom und kein Personal

von Redaktion

Festsaal am Samerberg bleibt im Winter weitgehend geschlossen

Samerberg – „Der Strom kostet plötzlich das Doppelte und auch beim Gas sieht es nicht viel besser aus.” Mit diesen Worten fasst Chval das Problem zusammen, mit dem er vor dem Winter konfrontiert wurde. Nachdem er die Preise von den Energielieferanten für das kommende Jahr bekommen hatte, musste der Wirt anfangen, genau zu kalkulieren. Nach einigen Hochrechnungen stand für ihn fest: „Der Betrieb im großen Festsaal lohnt sich leider nicht mehr.”

100 Euro mehr
Kosten pro Abend

Allein um die große Fläche, auf der rund 200 Leute Platz finden, an einem Abend zu beheizen, muss Chval laut eigener Aussage über 100 Euro mehr investieren. Hinzu kommt ein deutlich höherer Strompreis und das Problem mit dem Personal. Circa sechs Mitarbeiter müsste der Wirt an einem Abend engagieren, um den Betrieb am Laufen zu halten. So viele Leute stünden aktuell nicht zur Verfügung. 

Sowohl der alljährliche Weihnachtsmarkt als auch die Theateraufführungen des Grainbacher Trachtenvereins müssen ausfallen. Lediglich am 25. und 26. Dezember wird Chval den Festsaal für Weihnachtsfeiern öffnen. „Die waren schon lange geplant und finden in jedem Fall statt“, betont der Wirt. 

„Es ist natürlich schon zu bedauern, dass der Saal nicht mehr so stark genutzt werden kann”, sagt Bürgermeister Georg Huber, speziell im Hinblick auf die Theateraufführungen. Er betont jedoch, dass es sicher keine einfache Situation sei – ob für den Inhaber Chval oder die Flötzinger Brauerei als Eigentümer. Der Rathauschef hofft dennoch, dass sich der Raum für einzelne Heimatabende oder Vereinsjubiläen auch im Winter nutzen lässt. „Das könnte man dann vielleicht mit einer zusätzlichen Pauschale lösen, die dem Wirt die Energiekosten abdeckt“, überlegt Huber. 

Solche und ähnliche Vorschläge wurden auch schon an Chval herangetragen: „Ein paar Leute haben mir schon gesagt, dass ich doch mit den Preisen, zum Beispiel beim Essen, raufgehen soll”, meint er.

Diese Vorgehensweise passe allerdings nicht zur bisherigen Ausrichtung des Gasthauses Maurer. Dem Inhaber sind erschwingliche Essenspreise für jeden ein wichtiges Anliegen. 

Glücklicherweise seien im Winter ohnehin nicht allzu viele Termine geplant gewesen. Hochzeiten, für die der Festsaal häufiger zum Einsatz kommt, würden selten im Winter gefeiert. „Solche Events sind meistens ab dem Frühjahr”, sagt Chval. Generell ist die Anfrage diesbezüglich laut dem Wirt ein wenig zurückgegangen. Nur drei Hochzeiten hätten in diesem Jahr im großen Saal stattgefunden. 

Aktuell will Chval erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Zumindest im Winter sieht es aber so aus, dass sich kleinere Feierlichkeiten im Vergleich zum alltäglichen Betrieb nicht mehr rentieren werden. „Der Gasthof bleibt aber in jedem Fall von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.”

Im Sommer könnte sich Chval auch vorstellen, den großen Raum wieder zu nutzen, da die Heizkosten dann nicht mehr so sehr ins Gewicht fallen. Für die Konzerte und Hochzeiten besteht also ab dem Frühjahr durchaus noch Hoffnung. 

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