Aschau/Hocheck/Oberaudorf – „Je kälter es ist, desto effizienter können wir beschneien“, berichtet Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen am Sudelfeld. Während Einwohner beim Temperatursturz eher steigende Heizkosten befürchten, konnte der Skiliftbetreiber das Wetter optimal nutzen.
Die dreifache
Menge wie üblich
Fast die dreifache Menge wie üblich könne Stadler bei Temperaturen um minus 15 Grad produzieren. Diese verbesserte Leistung nutzte der Geschäftsführer, um Strom zu sparen. Die Maschinen aufgrund der Energiekrise nicht zu betreiben, wäre für Stadler, wie für die meisten Betreiber im Landkreis, nie in Frage gekommen. Zu wichtig sei es, das Skiangebot in der Region aufrechtzuerhalten. Für die Saison 2022/23 ist die Grundbeschneiung mit der Hilfe von Schneekanonen jetzt schon so gut wie gesichert: „Durch die unverhofft niedrigen Temperaturen ist es sehr gut gelaufen“, so Stadler. Bereits am Samstag, den 17. Dezember, wolle er die Pisten am Sudelfeld eröffnen. Noch rund eine Woche länger bis zum Saisonstart warten möchte Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahnen in Oberaudorf. Aber auch er hat die Kälte genutzt, um seine Kanonen zu aktivieren. „Es war von Anfang an unser Plan, nur in den möglichst kalten Nächten zu beschneien und die Anlagen möglichst effizient einzusetzen“, meint Rechenauer. Er versuche, Energie einzusparen, wo es eben ginge. Zum Beispiel indem er das Wasser für die Schneekanonen aus dem Luegsteinsee entnehme. Dieser werde im Frühjahr, wenn es taut und regnet, auf natürliche Weise wieder aufgefüllt. Sowohl das Beschneien als auch die Beleuchtung sei ein zentraler Bestandteil des Erlebnisses, worauf nicht verzichtet werden könne. „Da geht es nicht nur um das touristische Bild unserer Gemeinde, sondern auch um Arbeitsplätze”, unterstreicht der Oberaudorfer Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt.
„Wir müssen die höheren Preise in Kauf nehmen, alles andere wäre ein Weltuntergang“ , betont Manfred Danner, Betreiber des Sachranger Skiliftes Kaiserblick. Ein Leerlauf wäre deutlich schlimmer als die hohen Strompreise zu bezahlen. Dementsprechend habe auch er „Vollgas” gegeben und seine beiden Schneekanonen angeworfen. „Das war schon fast zu kalt für die ganze Technik. Von der körperlichen Belastung einmal ganz abgesehen“, sagt er. Trotzdem sei in den vergangenen Tagen alles gut gelaufen und ab dem 17. Dezember auch das Priental für die Skifahrer bereit. Unterstützung für den Einsatz von Schneekanonen bekommen die Skiliftbetreiber von Klaus Stöttner in seiner Funktion als tourismuspolitischer Sprecher des Landkreises Rosenheim. Er sprach sich bei einer Podiumsdiskussion des bayerischen Zentrums für Tourismus für das Förderprogramm des Freistaates aus, das die Modernisierung und den Ausbau von Beschneiungsanlagen bezuschusst.
Subventionen für
Beschneiungsanlagen
Solche Subventionen sind laut Stöttner weiterhin wichtig, um den Gästen das erhoffte Skivergnügen bieten zu können. Der Deutsche Alpenverein sowie der Bund Naturschutz hatten diese Förderung kritisiert.