Leserforum

Wirtschaftlichkeit ist zu bedenken

von Redaktion

Zum Bericht „Sie können die Planung einstampfen“ (Lokalteil):

Bergsteigerdorf – tolle Sache – meinen die Leute und vor allem die Medien. Es ist ein „Pfund“ fürs Marketing – für die Orte und für Politiker aller Couleur.

Ein positiver Presseartikel und Ähnliches ist garantiert. Die Fragestellung, wie man konkret im Tourismus damit Geld verdienen kann, kommt in diesem Konzept nicht vor.

Man hat die Aufgabe „Bergsteigerdörfer“ in Bayern nicht, wie in Österreich, einem Ministerium übertragen, sondern dem Deutschen Alpenverein. Dieser hat mit Wirtschaftsangelegenheiten nichts zu tun und möchte diesen Aspekt auch gar nicht übernehmen.

Ein Übernachtungsbetrieb sollte mindestens 220 Belegungstage haben, das ist in etwa die von den Investoren angegebenen Auslastung von 65 Prozent.

Für Aschau inklusive Sachrang gibt die amtliche Statistik eine durchschnittliche Auslastung der Gästebetten von 40 Prozent an, im Mit-Bergsteigerdorf Schleching liegt die Auslastung darunter. Das Konzept setzt auf Naturerlebnisse. Diese sind witterungs- und jahreszeitabhängig. Wie kann damit die jährliche Auslastung erreicht werden? In Sachrang will man ein Hotel, um Tagesübernachtungen von Bergsteigern zu ermöglichen.

Rechnet sich das und wo soll dafür das Personal herkommen? In Bayern liegt die Kompetenz für Tourismus allein bei den Gemeinden beziehungsweise Gemeinderäten. Ich denke, den wenigsten Räten ist bewusst, dass sie hier die einzige dafür zuständige Instanz sind. Man hat das Gefühl, dass „aus dem Bauch“ heraus entschieden wird, zum Beispiel bei der aktuellen Thematik um die Hotelpläne.

Ohne Wirtschaftlichkeit ist „Bergsteigerdorf“ kein touristisches Zukunftsmodell, sondern zeigt das grundsätzliche Strukturproblem in Bayerns Tourismus.

Waltraud Eisenberger

Schleching

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