Samerberg/Neubeuern/Nußdorf – „Im Grunde genommen wird sich nicht so viel ändern”, beruhigt Neubeuerns Bürgermeister Christoph Schneider. Vielmehr sei durch den sogenannten Standesamtsbezirk Inntal gesichert, so gut wie immer einen Ansprechpartner für alle Angelegenheiten zu haben. Durch die Zusammenlegung ist der offizielle Hauptsitz des Standesamtes für alle drei Gemeinden nun im Neubeurer Rathaus angesiedelt.
Neubeuern als
erste Anlaufstelle
„Das heißt aber nicht, dass die Bürger immer hierher fahren müssen“, meint der Rathauschef. Denn grundsätzlich blieben die bisherigen Standesamtsleiterinnen Marianne Seifert (Samerberg) und Martina Schweinsteiger (Nußdorf) an den jeweiligen Standorten vertreten. Die erste Anlaufstelle bildet aber nun das neue Standesamt Inntal in Neubeuern. „Mit mehr Personal für einen Bezirk haben wir nun bessere Vertretungsmöglichkeiten. Außerdem bleiben wir im permanenten Austausch“, sagt Susanne Grandauer, Bürgermeisterin von Nußdorf. Beispielsweise in Krankheitsfällen oder im Urlaub sei es nun leichter möglich, dass das Standesamt trotzdem geöffnet ist.
Wenn also beispielsweise Pia Seubert, Standesamtsleiterin in Neubeuern, ausfällt, könne nun eine der Leiterinnen aus Samerberg oder Nußdorf übernehmen. „Für manche bedeutet das dann vielleicht zehn Minuten mehr Fahrzeit. Andernfalls wäre das Standesamt aber komplett geschlossen”, erklärt Schneider. Von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sowie Montag und Donnerstagnachmittag kann man sich künftig an das Standesamt Inntal wenden.
Der wohl für einige Einwohner wichtigste Grund für einen Besuch beim Standesamt bleibe selbstverständlich in jeder Gemeinde erhalten: „Die Trauung ist nach wie vor direkt im Heimatort möglich“, versichern alle drei Bürgermeister. Jeder von ihnen sei berechtigt, die Trauung zu übernehmen. Wer also unbedingt in der eigenen Gemeinde heiraten möchte, kann das auch weiterhin problemlos tun.
Der Standesamtsbezirk Inntal nimmt offiziell ab dem 1. Januar die Arbeit auf. „Formell sind alle Hausaufgaben gemacht”, bestätigt Georg Huber, Bürgermeister von Samerberg. In allen drei Gemeinden hat der Gemeinderat beschlossen, die neue Verwaltungsstelle einzurichten und auch das Rosenheimer Landratsamt hat bereits die notwendige Genehmigung erteilt.
„Ich habe gelesen, dass man im Schnitt nur alle 12,5 Jahre zum Standesamt muss”, meint Neubeuerns Rathauschef Schneider. Wenn das stimmt, ist es seiner Ansicht nach kein großes Problem, dafür dann einmal bis in den neuen Bezirk bis nach Neubeuern zu fahren. „Das, was wir hier machen, ist außerdem nicht neu. Auch in Traunstein gibt es beispielsweise einen gemeinsamen Standesamtsbezirk, der mehrere Gemeinden vereint.” Auch mit einer Verwaltungsgemeinschaft der Inntalgemeinden hat die Zusammenlegung laut Schneider nichts zu tun. Sowohl Neubeuern als auch Nußdorf und Samerberg werden weiterhin eigenständige Verwaltungsbezirke bleiben.
Mit Anlaufschwierigkeiten in den ersten Wochen rechnet Rathauschef Huber nicht. „Es gibt eigentlich keinen Grund, etwas zu befürchten”, meint er. Die meisten müssten mittlerweile mitbekommen haben, dass sie nun bis nach Neubeuern fahren müssen. „Außerdem haben wir in der Regel weiterhin eine Ansprechpartnerin im Haus“, betont Huber.
Bürgermeister
sind zuversichtlich
Selbst wenn das Samerberger Rathaus in einem konkreten Fall dann nicht mehr die richtige Adresse sein sollte, könne trotzdem jedem geholfen werden. Und wenn es nur der Verweis nach Neubeuern ist.
„Wenn etwas nicht funktioniert, werden wir das sicher in den ersten Monaten merken“, meint Huber abschließend. Insgesamt seien aber alle drei Bürgermeister guter Dinge, dass der Start ins Jahr 2023 reibungslos verlaufen sollte.