Für die Heimat eingesetzt

von Redaktion

Riederinger Bürgermedaillenträger Joseph Pilger stirbt

Riedering/Niedermoosen – Joseph Pilger aus Niedermoosen, Riedering, ist verstorben. Über Jahrzehnte hinweg engagierte er sich für seine Heimatgemeinde. Eine große Trauergemeinde erwies in der Pfarrkirche dem Verstorbenen die letzte Ehre. Zahlreiche Fahnenabordnungen – darunter die der Gebirgsschützenkompanie Hofmark Söllhuben und der Schützenkompanie Pfalzen aus dem Pustertal – gingen dem Trauerzug voran.

Gemeindereferent Tobias Gaiser zeichnete den Lebensweg von Joseph Pilger nach. Er wurde 1938 als erstes von vier Kindern geboren und wuchs in Niedermoosen auf. Nach einer kaufmännischen Lehre wechselte er 1954 zum Wasserwirtschaftsamt. Vier Jahre später verschlug es ihn mit der Bundesluftwaffe in die Nähe von Hamburg. Später wurde er in Landsberg am Lech stationiert.

Bei der Laienspielgruppe der dortigen Volkshochschule lernte er seine Frau Waltraud kennen. Dem Jawort 1964 in der Landsberger Malteserkirche folgten fünf Kinder. Bei der Bundeswehr schied er nach zwölf Jahren aus.

Ab 1970 spielte Bier die zentrale Rolle im Berufsleben: Zunächst leitete Sepp Pilger, der 1968 mit seiner Familie nach Niedermoosen zurückgekehrt war, die Kundenbuchhaltung beim Bräu von Aying. 1972 wechselte er zu Auerbräu nach Rosenheim, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1998 leitend tätig war.

In seiner Freizeit engagierte sich Sepp Pilger in der Gemeindepolitik: 18 Jahre saß er für die SPD im Gemeinderat, bekleidete sechs Jahre davon den Posten des Dritten Bürgermeisters. 13 Jahre lang stand er dem Ortsverein vor. Er war unter anderem aktiver Feuerwehrler, langjähriger Vorsitzender und Versteigerer beim Arbeiterverein Niedermoosen, Leutnant, Schriftführer, Oberleutnant und Ehrenoberleutnant bei der Gebirgsschützenkompanie Hofmark Söllhuben und fugierte als Revisor beim Veteranenverein Riedering. Zudem war er bei den Riederinger Böllerschützen, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt sowie Elternbeiratsvorsitzender an der Teilhauptschule Riedering.

2009 erhielt er die Bürgermedaille der Gemeinde Riedering. Seinen Einsatz würdigte die Zweite Bürgermeisterin Marianne Loferer bei der Trauerfeier, die die Familie Hamberger aus Holzen musikalisch umrahmte. An seine Verdienste um die Gebirgsschützen erinnerten Gauhauptmann Hans Rucker und Hauptmann Hans Loferer. Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank blickte auf Sepp Pilgers Engagement im Unternehmen.

Trotz aller Verpflichtungen blieb stets Zeit zu reisen: 35 Jahre lang erkundete Sepp Pilger mit seiner Frau Traudl die Südtiroler Berge. Mit dem Bau der hauseigenen Kapelle schuf er ein kleines Wahrzeichen am Rande der Filzen. Im verdienten (Un-)Ruhestand war reichlich Zeit für 250 Obstbäume. Auch der Imkerei widmete er sich bis kurz vor seinem Tod. Selbst von der Amputation beider Beine vor einigen Jahren ließ er sich nicht unterkriegen. Mit der Unterstützung seiner Familie, die acht Enkel und einen Urenkel umfasst, rappelte er sich wieder auf. pil

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