BRK-Kleiderladen in der Kiefer schließt

von Redaktion

Ungünstige Lage in der Dorfstraße macht Umzug nach 12 Jahren notwendig

Kiefersfelden Der Kleiderladen des BRK ist erfolgreich und hält, was der Slogan verspricht. Irena Lovric, seit zwei Jahren Teamleiterin des Kleiderladens, sieht allerdings die Zeit hier im Grenzort als endlich an. Denn schon heuer im Frühjahr steht der Umzug nach Oberaudorf in die Rosenheimer Straße an.

Im Frühjahr geht es in
Oberaudorf weiter

Zuvor jedoch blickt die engagierte Mitarbeiterin des Bayerischen Roten Kreuzes zurück auf die Zeit in der Kiefer. „Wir sind seit nunmehr zwölf Jahren hier, haben die Immobilie mit großem Verkaufsraum, kleinem Lager und Aufenthaltsraum mit Teeküche gemietet.“ In dieser langen Zeit, in der „kein Tag war wie der andere“, war das Kundenaufkommen sehr unterschiedlich, „mal mehr, manchmal auch weniger“.

Sie und ihr Team aus aktuell zehn ehrenamtlichen Helferinnen nehmen die unterschiedlichsten Kleidungsstücke als Spenden im Laden an und inspizieren sie sofort auf Zustand, Sauberkeit sowie Tauglichkeit. Danach erfolgen die Auspreisung und die Ausstellung im Verkaufsraum. „Normalkunden“, die selbstverständlich hier auch einkaufen dürfen, zahlen den vollen Preis, Bürger, deren Einkommen unter der Einkommensgrenze liegt, erhalten bei entsprechendem Nachweis einen „Kundenausweis“, der eine 50-prozentige Ersparnis beinhaltet.

Dieser Kundenausweis ist übrigens in allen BRK-Kleiderläden gültig und berechtigt zum vergünstigten Einkauf. Ergänzend fügt die Teamleiterin noch an: „Als Grenzregion haben wir natürlich auch ein gewisses Klientel aus Tirol, das zu gleichen Bedingungen bei uns einkaufen kann.“

Vom Verkaufserlös werden dann Miete und alle Nebenkosten beglichen, „der Rest, wenn dann noch etwas übrig bleibt, geht an die Zentrale in Rosenheim“, so Lovric weiter. „Mittlerweile hat sich auch eine gewisse Stammkundschaft eingefunden, die nicht immer unbedingt etwas kaufen, sondern einfach nur mal reinschauen und mit uns ratschen möchte.“

Recht groß war das Kundenaufkommen, als die ersten Ukraineflüchtlinge in der Region eintrafen. „Die Flüchtlinge bekamen von uns eine komplette Kleider-Erstausstattung kostenfrei. Das wurde sehr gut aufgenommen und wir haben eine große Dankbarkeit erfahren.“ All die Kleidungsstücke, „die wir nicht relativ zügig verkaufen können“, werden zusammen mit den Stücken aus den Kleider-Containern an Unternehmen zur Weiterverwendung verkauft, die die Stücke recyceln, beispielsweise als Füllstoffe, Waschlappen oder auch Dämmmaterial.

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge gehen wir hier weg aus Kiefersfelden, freuen uns aber zugleich auf den Neuanfang“, so Irena Lovric. Wann genau der sein wird, das ist noch nicht klar. Mit ein Grund für den Umzug im Frühjahr nach Oberaudorf in die Rosenheimer Straße „war die relativ ungünstige Lage des Kleiderladens hier in der Dorfstraße, etwas ab vom regelmäßigen Geschäftsverkehr. Aber trotz aller unserer Bemühungen haben wir in Kiefersfelden nichts gefunden, was unseren Ansprüchen gerecht worden wäre und so müssen wir nun umziehen“.

Hochwertiges
zu fairen Preisen

Der Kleiderladen in der Kiefer ist aktuell immer donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und dort können wirklich hochwertige Kleidungsstücke zu fairen Preisen erworben werden. Und damit das so bleibt, appelliert die Teamleiterin abschließend an alle Bürger, weiter mit Kleiderspenden den Bedürftigen zu helfen, ob hier in der Kiefer oder ab kommendem Frühjahr im benachbarten Oberaudorf.

Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber „wurde von den Umzugsplänen schon etwas überrascht“, wie er sagt, kann das Argument des Wegzugs aber nachvollziehen. „Die Dorfstraße ist heute leider keine hochfrequentierte Verkehrsstraße mehr, doch die Nutzung der Immobilie als BRK-Kleiderladen hat nicht nur mir sehr gut gefallen.“ Er findet den Wegzug „eigentlich schade, aber mit dem neuen Standort kann ich sehr gut leben, Oberaudorf ist für uns ja nicht aus der Welt“.

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