„Irreführender“ Schilderwald

von Redaktion

Grüne, gelbe und weiße Tafeln mit unterschiedlichen Wegezeiten verwirren Ausflügler

Aschau – „Die irreführende Beschilderung am Weg 22 von Hainbach auf den Klausgraben ist bekannt und wird demnächst korrigiert“, sagt der Aschauer Tourismuschef Herbert Reiter.

Wegewart Leonhard Perl von der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) habe bei der Digitalisierung des Wegenetzes und der Infrastruktur im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Beschilderung am Parkplatz Hainbach (Wegzeitangabe bis zur Klausenhütte dreieinhalb Stunden) nicht mit den Angaben des Wegweisers an der ST2093 übereinstimmt (zweieinhalb Stunden).

Eine Stunde länger
als angegeben

Laut Perl ist der gesamte Weg von Hainbach zur Klausenhütte vor nicht allzu langer Zeit gemäß dem DAV-Wegekonzept neu beschildert worden, da einige Wegezeiten zu knapp bemessen waren. Dabei sei die Empfehlung des DAV zu der Wegzeitberechnung über die Komponenten der Höhenmeter und der horizontalen Strecke berücksichtigt worden: Für die Höhenmeter gehen in der Berechnungsformel im Aufstieg 300 Höhenmeter pro Stunde ein, für den Abstieg 500 Höhenmeter. Für die horizontale Strecke werden vier Kilometer pro Stunde eingerechnet. Die Gesamtgehzeit ergebe sich als Summe der größeren Zeit und der Hälfte der kleineren Zeit der beiden Komponenten Höhenmeter und Strecke. Diese Formel habe eine Aufstiegszeit von dreieinhalb Stunden für den gesamten Weg ergeben und somit eine Stunde mehr als auf der alten Beschilderung. Das alte Schild an der ST2093 habe Perl bei der Neubeschilderung nicht demontiert, da das Schild so hoch angebracht war, dass er es ohne Leiter nicht erreichen konnte. Mitarbeiter des Bauhofs werden laut Reiter aber zeitnah ein neues Schild anbringen.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Leser haben sich wegen dem „verwirrenden Schilderwald“ in und um Aschau an uns gewandt. Reiter hingegen erklärt: „Das bewährte Beschilderungs-Konzept für Aschau und Sachrang besteht aus der Historie heraus.“ Die
grünen Schilder seien für die Talwanderwege. Die neuen gelben Schilder hätten der Deutsche Alpenverein beziehungsweise die einzelnen Sektionen finanziert. „Es würde keinen Sinn machen, alleine aus Kostengründen und im Sinne der Nachhaltigkeit, alle bestehenden grünen Schilder zu ersetzen“, so Reiter.

Der Unterschied zu anderen Gemeinden im Landkreis sei, dass Aschau mit fünf Sektionen im Zuständigkeitsgebiet des Prientals zusammenarbeite. Die Gemeinde müsse sich deshalb immer wieder mit dem DAV und seinen Sektionen abstimmen und austauschen.

„Großartige Arbeit der Sektionen“

„An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich die unermüdliche und großartige Arbeit der einzelnen Sektionen herausstellen“, sagt Reiter. Auch der gemeindliche Bauhof leiste tolle Arbeit und sei beim Unterhalt des 300 Kilometer beschilderten Wanderwege-Netzes laufend gefordert.

Laut Reiter werden Probleme an den Wanderwegen, soweit möglich, umgehend behoben. „Angeblich unübersichtliche Beschilderungen leiten wir, soweit wir Rückmeldungen von Wanderern bekommen, zur Überprüfung an die zuständige Sektion unverzüglich weiter“, betont Reiter. Eine Lösung benötige eine angemessene Zeit und entsprechende Finanzen, werde jedoch auch zeitnah umgesetzt.

Artikel 3 von 11