Neubeuern – Im Beurer Hof trafen sich zu ihrer Jahresversammlung die Neubeurer Schiffleut mit Abordnungen ihrer Patenschaftsvereine aus Nußdorf und Wasserburg, Behördenleiter Dr. Tobias Hafner vom Wasserwirtschaftsamt und den Bootsfahrern vom THW Rosenheim.
„Es liegt ein außergewöhnliches Jahr hinter uns. Was es auch für die Vorstandschaft zu einem unvergesslichen macht, sind die vielen Gelegenheiten der Begegnungen bei den zahlreichen Festen und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2022. So wie die Schiffleut früher von ihren Schiffszügen etwas mit nach Hause brachten, so verstärkten wir das Miteinander, brachten Freude, geschichtliches Interesse und Aufmerksamkeit in unser Vereinsleben“, schildert die Vorsitzende Juliane Tiefenmooser und bedankte sich bei den über 400 Mitgliedern für das Vertrauen und die Tatkraft.
Schriftführerin Vroni Spatzier ließ das Festjahr Revue passieren. Die Maiandacht in der Pfarrkirche, die Museums-Wiedereröffnung, das Plättenfest in Altenmarkt, der Museumstag, das Helferfest in der Wachinger Mühle und das Rorate-Amt in der Pfarrkirche betonten die Zeit, in welcher der Inn, als bedeutendster Transportweg bis nach Ungarn, Arbeit und Wohlstand in die Region brachte.
Höhepunkt war der Jubiläumssonntag mit Gottesdienst und Fahnenweihe auf dem Marktplatz. Alteingesessenes und überliefertes Handwerk mit Gerätschaften, die Demonstration, wie diese eingesetzt wurden, und die Lieferung mit Rössern boten einen umfangreichen Einblick in das Wirken der Vorfahren.
Das neue Schifffahrtsjahr in Neubeuern wird entspannter, auch wenn laut Tiefenmooser wichtige Aufgaben zu bewältigen sind: die Betreuung der Museumsausstellung, die Patenschaft des Mühlsteinbruchs, Führungen für Schulklassen und im Ferienprogramm sowie alle drei Jahre das Ausrichten des Plättenfestes.
Bürgermeister Christoph Schneider gab das Amt des Schirmherrn ab und würdigte den Erfolg des Vereins und den „wunderbaren Auftakt im Veranstaltungskalender“ durch das Jubiläumsfest. Johann Straßburger vom Schiffleutverein Nußdorf sprach von unvergesslichen Eindrücken.
Die Bedeutung der Innschifffahrt erörterte Horst Barnikel, der 40 Jahre im Wasserwirtschaftsamt tätig war und sich um den Gewässerschutz kümmerte. Seine bebilderte Zeitreise erzählte von Kriegen und Militärtransporten mit 12000 Mann und 1000 Rössern auf Inn und Donau. Er streifte den Schiffsuntergang 1648 in Mühldorf und erklärte, warum sich der Inn als Grenzfluss seinen Namen verdiente. Dessen Renaturierung sei überwiegend abgeschlossen.
„Vielleicht haben wir im vergangenen Jahr bei dem einen oder anderen das Interesse an der Geschichte der Schiffleut geweckt.“ Die Tradition müsste weitergegeben werden, appellierte die Vorsitzende. Ihrem Aufruf folgten zwölf neue Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag von mindestens einem Euro bar entrichteten.
Das Leben vor 75 Jahren auf Schloss Neubeuern mit der Stiftungsgründung in Hinterhör unter Federführung von Ottonie von Degenfeld-Schonburg mit Tochter Marie-Therese Miller-Degenfeld beleuchtet Chronist Reinhard Käsinger bei der im Frühjahr stattfindenden Jubiläumsfeier des Inntaler Internatsgymnasiums. rep