Jesus-Figur die Beine abgesägt

von Redaktion

Makabre Verstümmelung schockiert die Brannenburger Bürger – Die Polizei ermittelt

Brannenburg – Anni Kuchler ist immer noch fassungslos. Jedesmal wenn die Brannenburgerin am St. Margarethenweg spazieren geht, muss sie an dem Kreuz vorbei, bei dem der Jesus-Figur die Beine abgeschnitten wurden. Doch weder Kirche noch Gemeinde können etwas dagegen tun.

Ärger über
fehlende Füße

„Das ist jetzt schon seit einem guten halben Jahr so“, ärgert sich Kuchler über das verschandelte Kruzifix. Bei nahezu jedem ihrer Spaziergänge kommt sie an dem kleinen Jesus-Kreuz vorbei und gerät dabei immer wieder in Rage. Denn so gerne sie den St. Margarethenweg auch nutzt, so sehr ärgert sie der Anblick, der sich ihr auf dem Weg zur Kirche Mariä Himmelfahrt bietet. 

Für Kuchler ist die kleine Straße seit vielen Jahren unter dem Namen „Kirchwegerl“ bekannt, da ihn viele Bürger nutzen, um zur Pfarrkirche zu gelangen. Als sie den altbekannten Weg im Juli 2022 entlang schlenderte, fiel der Brannenburgerin das beschädigte Kreuz in der Gemeinde zum ersten Mal auf. „Ich war schockiert, als ich gesehen habe, dass da tatsächlich die Füße fehlen“, berichtet Kuchler. 

Sofort informierte die ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende die nahegelegene Kirche und stellte außerdem ein Foto des entstellten Jesus in ihren Online-Status. Dass sich bis heute so gut wie nichts getan hat, kann Kuchler nicht nachvollziehen. „Es hat sich bisher keiner gerührt“, sagt sie fassungslos. Dabei müssten mittlerweile viele Einwohner in der Gemeinde darauf aufmerksam geworden sein. Lediglich ein paar neue Blumen und ein Zettel mit dem Satz „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, seien bisher die einzige Reaktion auf die Beschädigung gewesen.

Der Grund für die bisher nicht erfolgte Reparatur liegt laut der Gemeindeverwaltung nicht an der Unkenntnis, sondern vielmehr an der Zuständigkeit. „Das Grundstück, auf dem das Kreuz steht, gehört zwar der Gemeinde. Das Objekt selbst befindet sich jedoch in Privatbesitz“, berichtet Lea Kefer vom Brannenburger Bauamt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Auch die Kirchengemeinde könne in diesem Sonderfall leider keine Reparaturen vornehmen – auch wenn das Symbol direkt auf dem Weg zur Mariä-Himmelfahrt-Kirche liegt. Die Verantwortung dafür liege laut Kefer allein beim Eigentümer. 

Dieser habe wiederum die Sachbeschädigung bereits angezeigt, wie ein Sprecher der Polizei Brannenburg bestätigt. Der Tatzeitpunkt liegt demnach zwischen dem 30. Juni und 3. Juli.

„Wir haben auf die Anzeige hin einen Zeugenaufruf gestartet, haben aber keine Rückmeldung bekommen.“ Nachdem am Tatort keine DNA-Spuren gefunden worden seien, geht die Polizei nicht mehr davon aus, den Täter noch ausfindig zu machen. „Das wäre unserer Erfahrung nach eher ein Zufallstreffer“, meint der Polizeisprecher.

Der Fall wurde laut dem Beamten bereits an die Staatsanwaltschaft Traunstein weitergeleitet und ist aktuell noch nicht abgeschlossen. 

Zeugenaufruf
bringt keinen Erfolg

Wer dem Jesus die Beine abgesägt hat, ist für Kuchler gar nicht so wichtig. Vielmehr würde es sie beruhigen, wenn das verschandelte Kreuz endlich repariert wird. „Ich kann da ja auch sicher nicht die Einzige sein, die sich darüber ärgert“, meint sie. Den Weg zur Kirche würden schließlich einige Bürger einschlagen. Die sich wie Kuchler sicher freuen würden, wenn Jesus wieder neue Beine geschnitzt werden.

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