Nachruf

von Redaktion

Bad Endorf – Im Alter von 87 Jahren verstarb Brigitte Kirner. Sie wurde auf dem Friedhof in Thalkirchen beigesetzt.

Brigitte Kirner wurde in Ratibor, Oberschlesien, geboren. Mit zehn Jahren kam sie als Flüchtling mit ihren Eltern nach Bayern. Sie arbeitete seit früher Jugend in der Landwirtschaft, da sie mit 15 Jahren bereits Vollwaise war und auf sich selbst gestellt ihren Lebensunterhalt verdienen musste. Später arbeitete sie auch auf Almen als Sennerin und transportierte Waren mittels Muli, was eine schwere Männerarbeit war, auf den Berg.

1958 heiratete sie Wolfgang Kirner und sie lebten in Letten, Bad Endorf. Sie bekamen fünf Kinder und nahmen zeitweise noch Nichte und Neffen bei sich auf. Trotz der großen Kinderschar arbeitete Brigitte Kirner in Vollzeit, war als Schwesternhelferin in Roßholzen beschäftigt und später als Leichenfrau auf dem Friedhof in Rosenheim. 1978 verstarb viel zu früh ihr Ehemann. Ein paar Jahre später lernte sie ihren späteren Lebenspartner Hans Peter Westerberger kennen. Durch ihn kam sie zum Lkw-Fahren und machte den Lkw-Führerschein.

Brigitte Kirner war gesellig, belesen und politisch interessiert, liebte die Marschmusik und ging gerne zum Stammtisch. Sie konnte gut von früher erzählen, Gedichte aufsagen und alte Lieder singen.

Die letzten 25 Jahre verbrachte sie mit ihrem Partner Hans Peter in Ungarn, wo sie viele Freunde hatte und die ungarische Lebensart zu schätzen wusste. Sie lernte sogar die ungarische Sprache. 2009 verstarb ihr Partner und sie kam zurück in ihre Heimat.

2017 schrieb Brigitte Kirner ein kleines Buch über ihre Lebensgeschichte. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten schwanden ihre Kräfte und sie zog für kurze Zeit nach Halfing in den Stephanihof. Dort verstarb sie im Beisein ihrer Tochter. Pfarrer Claus Kebinger gestaltete den feierlichen Trauergottesdienst, an dem eine große Trauergemeinde teilnahm. Die Blasmusik Bachecker Blech spielte den von ihr gewünschten Marsch „Schlesierland“ und die Nachbarn trugen das Kreuz und die Urne zum Grab.

Dort verabschiedete sich auch der Trachtenverein Hirnsberg/Pietzing sowie die Sterbekasse des Rauchclubs Endorf mit einem Gebet und senkten ein letztes Mal die Fahnen.amf

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