Kiefersfelden – Während in vielen Regionen der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum oftmals ungehört verhallt, scheinen die Verantwortlichen in dem Grenzort zu handeln. In seiner letzten Sitzung befürwortete der Kiefersfeldener Gemeinderat einstimmig das Ansinnen der „Bayern Immobilien und Bauträger GmbH“, im Pfarrer-Gierl-Weg einen Wohnkomplex mit 20 Wohneinheiten zu errichten. Das Besondere: Die Hälfte ist für einkommensschwächere Familien und die Kommune soll dafür das Vergaberecht haben.
Bezahlbares und
barrierefreies Wohnen
Für Bürgermeister Hajo Gruber (UW) „eine wichtige Angelegenheit für unsere Gemeinde“. Er sehe mit diesem Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Innenverdichtung des Ortes mit Wohnraum, der dazu noch bezahlbar, barrierefrei und für Senioren geeignet ist. „Da schaffen wir Wohnraum in bester Verkehrslage“.
Zugleich bremste er aber etwas ein, „denn wir wollen das sinnvoll machen und nicht unser Dorf zupflastern“. Und auch hier soll das von der Gemeinde geschaffene „Kieferer Modell“ greifen, das bei gewissen Bauvorhaben im Gemeindegebiet einen 55-prozentigen Anteil an Sozialwohnungen für Geringverdiener vorsieht, für die die Gemeinde das Vergaberecht hat.
Den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans stellte dann Andreas Berchthold vom „Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München“ detailliert vor. „Das Vorhaben ist eingebettet in eine gemischte Nutzung und durch ein mögliches, beschleunigtes Verfahren ist eine zeitliche Einsparung möglich“, so der Fachmann.
Ursprünglich waren bis zu 24 Wohnungen geplant, die aber nun auf 20 reduziert werden sollen, „um die Wohnungsgrößen zu optimieren“. Neben den Wohnungen soll in das Gebäude auch die Immobilienfirma selbst einziehen, mit funktionalem Büroraum.
Die Hausverwaltung erfolgt dann auch durch „Bayern Immobilien“ vor Ort. Allerdings muss für das Bauvorhaben, das unmittelbar an den Komplex der Sparkasse angrenzt, ein alter Walnussbaum gefällt werden. Doch Berchthold verspricht dafür „eine entsprechende Grünbebauung“.
Die Gebäudefläche soll insgesamt etwa 580 Quadratmeter umfassen, zuzüglich der Flächen für Balkone und Terrassen. Der geplante dreigeschossige Neubau umfasst Erd-, Ober- und Dachgeschoss mit entsprechenden Stellplätzen und eine großzügige Tiefgarage mit Ein- und Ausfahrt zur Kufsteiner Straße.
Ähnliches Projekt
bereits geglückt
Der Bürgermeister erinnert in diesem Zusammenhang an ein ähnliches Bauvorhaben in der Kufsteiner Straße, mit dem Landkreis Rosenheim als Bauträger. Dort entstanden in den zurückliegenden beiden Jahren 22 Wohneinheiten, elf davon sind als Sozialwohnungen ausgewiesen und die Gemeinde hat ein Belegungsrecht.
Alle diese Wohnungen sind bereits bezogen und das „Kieferer Modell“ scheint hier erfolgreich umgesetzt worden zu sein. Genau so soll nun auch das nächste Bauprojekt im Pfarrer-Gierl-Weg gelingen.