Horrende Kosten schockieren Raubling

von Redaktion

Kindergarten geht in die Planungsphase – Sechs Millionen Euro soll der Bau kosten

Raubling – Es war erst die Vorplanung, doch die Kostenschätzung für den Neubau eines Kindergartens in Nicklheim lag dem Raublinger Gemeinderatsgremium schwer im Magen. Etwas über sechs Millionen Euro, je nach Bauweise, mit geringfügig unterschiedlichen Kosten, zeigte Architekt Simon Bauer vom Planungsbüro Strasser in Traunstein bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auf. Dies seien geschätzte Kosten, wohlgemerkt.

Hybridbauweise
ist etwas teurer

Geplant ist der Neubau eines viergruppigen Kindergartens mit Erd- und Obergeschoss an der Siedlerstraße, im Norden angrenzend an das Pfarrheim in Nicklheim. Nach Unterlagen der Vorplanung wurden die gesamte überbaute Fläche, die Gründung, jede einzelne räumliche Nutzung sowie die möglichen Bauweisen – Massiv beziehungsweise Hybrid – betrachtet. Eine Hybridbauweise sei eine Kombination aus Massiv- und Holzbauweise, wobei die Stärken der jeweiligen Bauweise optimal genutzt werden können. Bei gleicher Wandstärke sei die Holz- im Vergleich zur Massivbauweise von der Wärmedämmung her besser. Allerding ist anzumerken, dass die Hybridbauweise auch etwas teurer ist.

Bei der Kostenvariante Hybrid wird von 6,3 Millionen Euro und bei Massiv von sechs Millionen ausgegangen. Diese Schätzungen hätten jedoch Spielraum nach oben oder unten. Da stand natürlich beim Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU) und dem Gremium ausdrücklich die Kostenfrage im Vordergrund. Im ersten Schritt der Abstimmung wurde mehrheitlich für die Massivbauweise votiert. Noch vor wenigen Jahren hätte ein Neubau in dieser Größenordnung rund vier Millionen Euro gekostet. Heutzutage muss man nach Angaben des Planers um 50 Prozent mehr kalkulieren.

„In den Bürgerversammlungen im Herbst 2022 hatte ich noch von angenommenen vier Millionen an Bausumme gesprochen, mit explodierenden Baukosten könnten sie aber wohl auch auf fünf Millionen steigen“, so der Bürgermeister zum damaligen Zeitpunkt. Die Preisexplosion am Baumarkt ging weiter, nun wurde die Kostenschätzung vom Planungsbüro mit über sechs Millionen Euro vorgelegt, „ein Hammer“, wie das Gremium findet.

Der Zweite Bürgermeister Wolfgang Rechenauer (CSU) wollte wissen, warum ein öffentlicher Kiga-Bau um so viel teurer als ein privater Wohnungsbau ist. Die Mehrkosten gegenüber einem privaten Bau würden vor allem an den größeren Räumen und der damit höheren Anforderung an die Statik, die Ausstattung wie zum Beispiel die Innentüren und schlussendlich an den Anforderungen der öffentlichen Ausschreibung liegen, so der Architekt. Fraktionssprecherin Monika Marx (Freie Wähler) fragte, wie verbindlich die Schätzkosten seien. „Ich traue mich zu versprechen, dass durch unsere detaillierten Erfahrungswerte die Summe nicht weit abweichen wird.“

„Keine Fertiggarage
für Kinder“

Paul Vodermaier (CSU) ist der Ansicht, dass man nicht an der Bauweise sparen sollte: „Es soll ja keine ,Fertiggarage für Kinder‘ werden.“ Es sei auch zu bedenken, dass in einem modernen Kindergarten leichter Personal zu bekommen sei, merkte der Bürgermeister an, ehe er abstimmen ließ.

Das Gremium entschied sich mehrheitlich für einen Massivbau und stimmt einstimmig für die weitere Planung auf Grundlage der Vorplanung. Im März wird die Kostenberechnung erwartet, man darf gespannt sein.ru

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