Schnaitsee – Es war eine der traurigsten Weihnachtsgeschichten überhaupt: Mathias Schifflechner (33) aus Schnaitsee verunglückte bei einem Autounfall im fernen Paraguay völlig unverschuldet so schwer, dass er wochenlang auf Intensiv lag (wir berichteten). Seine Mutter Angelika (56) weilte täglich an seinem Bett, der Stiefvater Uwe (52) verzweifelte daheim. Der Klinikaufenthalt verschlang Tausende von Euro, aber die Anteilnahme in der Bevölkerung war überwältigend.
8526 Euro an
Spenden erhalten
„8526 Euro kamen bei der Spendenaktion zusammen, zu der die OVB-Heimatzeitung aufgerufen hatte“, teilte Rosi Schönhuber von der Gemeinde Schnaitsee mit. Jetzt sagt die Mutter: „Danke, Danke, Danke – wir sind zu Tränen gerührt.“
Der Unfall passierte am 23. September vergangenen Jahres. Mathias saß als Beifahrer angeschnallt neben seinem Onkel in einem Pick-up. An einer Kreuzung kam es zur Katastrophe. Beim Abbiegen rammte ein Lkw den Wagen der beiden. Während der Onkel mit Rippenbrüchen und Frakturen relativ glimpflich davonkam und bald das Krankenhaus verlassen konnte, kämpfte Mathias wochenlang mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ums Überleben. Seine Mutter eilte sofort nach Paraguay, saß täglich an seiner Seite, versorgte ihn so gut sie konnte, aber ihr Sohn verlor den Überlebenskampf. Am 1. Dezember konnten die Ärzte nur noch den Tod feststellen. Offizielle Todesursache: Organversagen.
Klinikaufenthalt, Ärztehonorare, Medikamente, Rechtsanwalt, Zimmer, Bestattung und vieles mehr – alles musste die Familie selbst tragen, da Mathias als gelernter Mechatroniker noch keinen festen Job hatte, folglich auch nicht versichert war. Die Kosten waren regelrecht durch die Decke geschossen. „Es ist unvorstellbar, was die Familie mitgemacht hat, auch heute geht es Mutter und Stiefvater nicht gut“, berichtet Rosi Schönhuber, die in der Gemeinde Schnaitsee unter anderem den Sozialfonds betreut, der in solchen Fällen greift. Auch sie bedankte sich bei der Wasserburger Zeitung und der Bevölkerung für die großartige Unterstützung. „Ein Großteil der Kosten konnte somit gedeckt werden, zumal auch die Gemeinde und ein Freundeskreis finanziell mitgeholfen haben“, berichtet Schönhuber. Sie sprach aber auch von einer „überwältigenden Anteilnahme in Sachen finanzieller Unterstützung“. Die Spenden auf das eigens gegründete Konto bei der Sparkasse Wasserburg seien nicht nur aus Schnaitsee, sondern aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen.
Noch immer
traumatisiert
Viele kleine Beiträge seien eingegangen, aber auch größer von 500, 200 oder 100 Euro. Hierbei stellte sie auch den Edeka-Markt Scherer heraus, wollte den genauen Spendenbetrag aber nicht nennen. Schönhuber informierte auch, dass die Mutter nach der Urnenbestattung in Paraguay kurz vor Weihnachten nach Schnaitsee zurückgekehrt, aber immer noch traumatisiert sei. Man könne sich kaum vorstellen, was sie vor Ort wochenlang durchgemacht hat. „Die Zustände in der Klinik waren katastrophal, niemand konnte Deutsch sprechen, die Intensivabteilung glich einer Abstellkammer“, erinnert Schönhuber, der dieser Fall auch selbst stark zugesetzt hat. Der Familie wünschte sie alles, alles Gute.