Obing – In der Jugendarbeit in Obing und vor allem im „JUZ Obing City“, dem Obinger Jugendtreff, hat sich im vergangenen Jahr nach den Einschränkungen der Corona-Zeit wieder viel getan, zeigte der Bericht des neuen JUZ Betreuers und Schulsozialarbeiters Lukas Schuster in der Sitzung des Gemeinderates Obing – Höhepunkt war das „Zamhoidn“-Festival im Obinger Strandbad im Juli gewesen.
2016 hatte die Gemeinde Obing mit der Schaffung einer Gesamtstelle für die Schulsozialarbeit an der Grundschule Obing an den beiden Schulstandorten Obing und Pittenhart und für die Betreuung des Obinger Jugendtreffs eine gut funktionierende Lösung für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Obing gefunden.
Toleranz, Respekt
und Ehrlichkeit
Die Bilanz des Jahres 2022 zeigte, dass sich die Jugendarbeit in Obing in den vergangenen Jahren etabliert hat und stark aufgestellt ist. Wichtigster Bestandteil ist das „JUZ Obing City“ mit verschiedensten Projekten im JUZ selbst und darüber hinaus.
Die Türen des Obinger Jugendtreffs stehen für jeden Menschen offen, Toleranz, Respekt und Ehrlichkeit sind fester Bestandteil im täglichen Umgang miteinander. Zu den Öffnungszeiten sind meist 15 bis 20 Besucher da, im Moment findet gerade ein Generationswechsel statt, es kommen wieder etliche Jüngere neue dazu. Noch mehr waren beim „Zamhoidn“-Festival beteiligt, etwa 45 Kinder und Jugendliche aus dem Chiemgau bildeten die Festival-Crew für Vorbereitung und Durchführung.
Als internes JUZ-Projekt stand 2022 „Zamrama“ an, Entrümpeln und Aufräumen, um Platz für Neues zu schaffen. Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine entstand die Idee eine Notfallnummer einzurichten, bei der Kinder und Jugendliche aus der Region eine Jugendtherapeutin erreichen konnten, die sich mit ihren Fragen zu Krieg und Flucht auseinandersetzte und auch für jugendliche Ukraine-Flüchtlinge zur Verfügung stand. Jetzt ist die Nummer nicht mehr aktiv, erklärte Schuster auf Nachfrage aus dem Gemeinderat, da sie in letzter Zeit kaum noch genutzt worden war.
Schuster legt großen Wert auf Sportprojekte, in denen er eine große Hilfe zur selbstbestimmten Persönlichkeitsbildung und zur Herausbildung eines Gemeinschaftsgefühls sieht. Ein Schwerpunkt ist das Skateboarden, wohl auch weil Schuster selbst ein großer Skateboard-Fan ist.
Jedenfalls ist Obing im Landkreis Traunstein die einzige Gemeinde, die für ihr Jugendzentrum für die Besucher Skateboards angeschafft hat und so kommen zum Training in Obing auch Jugendliche aus anderen Gemeinden. Und alle zusammen fahren auch mal zum Skatepark in Trostberg auf der Suche nach weiteren sportlichen Herausforderungen. Als neues Sportangebot für die Besucher des JUZ kam das Bouldern dazu, das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken oder künstlichen Kletterwänden bis zu der Höhe, aus der noch ohne wesentliches Verletzungsrisiko von der Wand zum Boden abgesprungen werden kann.
Es gab einen Ausflug ins Boulder-Zentrum in Traunstein und inzwischen hängt im JUZ auch ein Hangboard, ein Brett mit verschiedensten Griffen, Leisten und Fingerlöchern zum Üben und Trainieren der Fingerkraft. „Ist aber auch gut zum Energie Abreagieren“, so der Kommentar von Schuster mit Augenzwinkern.
Und dann nahm auch noch eine Mannschaft vom JUZ an einem Boulder-Cup in Trostberg teil. Erlebnispädagogische Spiele, beispielsweise das Balancieren auf einer Slackline, waren weitere Beiträge zur Förderung des Wir-Gefühls.
Eine Ferienfreizeit fand 2022 „Dahoam“ statt, nämlich am Jugendzeltplatz des Kreisjugendrings Traunstein in Schützing am Chiemsee, mit Ausflug zum Fußballgolf und zum Naturschwimmbad in Inzell, noch mit dem inzwischen verabschiedeten JUZ-Betreuer Bastian Wörndl und auch Schuster, der schon seit einigen Jahren in die JUZ-Betreuung eingebunden war. Stark unterstützt wurden die beiden von den angehenden Erzieherinnen Luisa Rotter aus Obing – die war auch beim Bouldern in Traunstein dabei – und Lilli Röckenwagner.
Großereignis
des Jahres
Das Großereignis des Jahres 2022 war aber auf jeden Fall für alle das „Zamhoidn“- Festival im Obinger Strandbad, mit insgesamt etwa 200 ehrenamtlichen Helfern neben der festen Festival-Crew bei Vorbereitung und Durchführung.
Das Festival war ausverkauft, 1500 Besucher erlebten die Auftritte von acht Bands aus unterschiedlichen Musikstilrichtungen, viele nahmen an den zehn Workshops teil, und der gesamte Gewinn des auch finanziell sehr erfolgreichen 100rozent-Non-Profit-Festivals ging mit ansehnlichen Spenden in Höhe von zusammen 8350 Euro in die Förderung etlicher Projekte der Jugendarbeit in der Region.