Vogtareuth – Sie werden das Thema „Mobilfunkmast“ nicht los, die Vogtareuther Gemeinderäte. Im Herbst war ein Mobilfunkmast südlich von Straßöd nahe der Staatsstraße 2359 beantragt worden. Der war den Gemeinderäten zu nah an den Häusern des Weilers. Den Standort konnten sie verhindern, denn die Erschließung wäre nur über Gemeindegrund möglich.
Der Bürgermeister
ist nicht begeistert
Dass südlich des Hauptortes Vogtareuth ein Mobilfunkmast kommt, ist nicht zu ändern. Eine Analyse hat gezeigt, dass er für eine entsprechende Netzabdeckung notwendig ist. Nun gab und gibt es Gerüchte im Ort, dass ein Grundeigentümer bereit sei, seinen Grund im Dreieck Zaisering/Lochen/Aign zur Verfügung zu stellen. Ja, das Angebot gebe es, dass „bei Aign auf freiem Feld auf der Kuppe“ ein Gittermast errichtet werden soll, bestätigte Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. „Die Leute sind nicht begeistert“, so Leitmannstetter, „und ich bin‘s auch nicht.“
Martin Grünhofer (AfG) befand kurz und bündig: „Auf freier Fläche neben der Kapelle ist Unfug. Der g‘hört in den Wald eini.“ Die Option gibt es noch, denn, so der Bürgermeister, so weit er wisse, sei der Vertrag noch nicht unterzeichnet. Der Netzbetreiber sei auch mit den Bayerischen Staatsforsten noch im Gespräch über einen geeigneten Standort im Wald. Mehr wollte er im öffentlichen Teil der Sitzung dazu nicht sagen. Außer: „Schaun mer mal, ob der euch besser gefällt.“
Dass Netzbetreiber und Staatsforsten noch miteinander im Gespräch sind, stimmte Martin Freiberger (CSU/Parteifreie) halbwegs zuversichtlich. Er wisse aus einem Gespräch mit der zuständigen Stelle der Bayerischen Staatsforsten, dass diese kaum eine Möglichkeit haben, die Errichtung eines Mobilfunkmastens abzulehnen. Da müsste es schon gravierende Kollisionen mit dem Natur- und Umweltschutzrecht geben.
Beteiligung der Gemeinden ausgehöhlt
Den hörbaren Frust der Kommunalpolitiker, dass sie eigentlich nicht viel tun können, außer die Gespräche mit Netzbetreiber, Grundeigentümern und Staatsforsten am Laufen zu halten, bündelte der Zweite Bürgermeister Hans Bürger-Schuster (CSU/Parteifreie) in seiner Aussage, dass spätestens mit dem 5G-Netz die Beteiligung der Gemeinden völlig ausgehöhlt worden sei. „Irgendwie holt man sich bei dem Thema immer eine blutige Nase“, so der Stoßseufzer von Bürger-Schuster.
Ob Leitmannstetter die Informationen über einen alternativen Standort für den Gitterfunkmast mittlerweile öffentlich machen kann, ob der Eigentümer des Grundstücks auf der Kuppe bei Aign möglicherweise schon einen Vertrag mit dem Netzbetreiber unterschrieben hat, oder ob noch alles in der Luft hängt, könnte sich schon am heutigen Dienstag herausstellen. Denn dann tagt um 19 Uhr wieder der Gemeinderat.