Bad Endorf – Schorsch Brüderl hat mit seiner Firma schon einige Bauprojekte verwirklicht. Auch Steffen Mechter, Geschäftsführer der BayWa Bau Projekt GmbH, ist kein Neuling auf Baustellen. Und doch stehen beide etwas aufgekratzt an der Baustelle an der Bad Endorfer Jahnstraße. Nicht wegen der Zahl oder Größe der Wohnungen. Es sind 40 zwischen 43 und 153 Quadratmetern. Nein, es ist für beide ein Pilotprojekt. Denn der Holzhybridbau ist für Brüderl und Mechter der Einstieg ins serielle Bauen, eine Abkehr vom klassischen Ziegelbau.
Nachhaltig und
biologisch
30 Prozent des ausgestoßenen CO2 kommt aus der Baubranche. „Wir müssen uns bewegen“, sagt Mechter. Nicht unbedingt gleich alles auf den Kopf stellen, aber immer wieder Schritte zu einer nachhaltigen und biologischen Bauweise machen. An der Jahnstraße entstehen Gebäude, deren Außenwände aus Massivholz schon vorgefertigt ankommen. Nur die Fenster müssen noch auf der Baustelle eingesetzt werden. Was auch dazu beiträgt, dass die Bauarbeiten schneller über die Bühne gehen, die Nachbarschaft nicht so lange geplagt ist. Und das Holz bindet schon in der Bauphase viel CO2.
Alois Loferer, in seinem Leben vor dem Bürgermeisteramt als Architekt tätig, hat die „ambitionierte Anlage von Anfang an überzeugt.“ Das habe er gemerkt, so Schorsch Brüderl. Die Unterstützung des Bürgermeisters sei immer gut gewesen, „der hat als Architekt Verständnis für solche Projekte.“
Bürgermeister Alois Loferer hat aber auch Verständnis für die Nachbarn: Er könne nachvollziehen, dass nicht alle begeistert sind über die Bebauung der lange Zeit brachliegenden Wiese. Aber die Zuzugsgemeinde Bad Endorf brauche die Wohnungen dringend, so Loferer. Und er sei überzeugt, dass es nach dem Abschluss der Bauarbeiten – geplant ist Frühjahr 2025 – eine gute Nachbarschaft werde.
Laut Brüderl wird das 4500 Quadratmeter große Grundstück nach Baufertigstellung parkähnlich begrünt. Alle 40 Wohneinheiten haben zudem einen Garten oder Balkon. Fahrzeuge verschwinden in der Tiefgarage mit 81 Stellplätzen. Für die zukünftigen kleinen Bewohner und die Kinder der Nachbarschaft entsteht auf dem Areal außerdem ein öffentlicher Abenteuerspielplatz.
Auch das Energiekonzept setzt auf Nachhaltigkeit. Eine Photovoltaikanlage mit Mieterstrommodell versorgt die Wohnungen mit Sonnenenergie, für warme Räume sorgt eine Luft-Wärme-Pumpe. Das Konzept orientiert sich laut Brüderl am Standard KfW-40. Zwei oberirdische E-Ladestationen versorgen Elektroautos mit Energie. Die Energie- und Wärmeversorgung erfolgt im Rahmen eines Contracting-Modells.
Unterschiedlichste
Bedürfnisse
„Nachhaltig, ökologisch und zukunftsorientiert – wir leisten einen Beitrag zur schonenden Nutzung vorhandener Rohstoffe und denken bei der Gestaltung unserer Wohneinheiten den demografischen Wandel und unterschiedlichste Wohnbedürfnisse mit. Wir setzen auf nachwachsende und regionale Rohstoffe, lokale Partner und Dienstleister, Artenschutz und Artenvielfalt bei der Gestaltung unserer Grünanlagen und auf erneuerbare Energien“, fasst Benedikt Brüderl, Geschäftsführender Gesellschafter, die Idee des Projektes zusammen.