Samerberg – Sieben Jahre lang waren die Kindergartengebühren in der Gemeinde Samerberg stabil, nun kommt eine Erhöhung. In der vergangenen Sitzung votierte eine Mehrheit (8:6 Stimmen) für eine Erhöhung von 16 Prozent in allen Buchungskategorien. In einer phasenweise turbulenten Diskussion wurde über Pro und Contra heftig beraten. Sind höhere Gebühren in der Inflationszeit den Eltern vermittelbar?
Tarifgehälter
um 15 Prozent höher
Bürgermeister Georg Huber (ÜPW) erläuterte die Zahlen ausführlich. Seit 2015 haben sich die tariflichen Monatsgehälter im öffentlichen Dienst um über 15 Prozent erhöht, diese Mehrkosten habe bisher die Gemeinde getragen. Weitere Tariferhöhungen stehen heuer bevor.
Die Gemeinde als Träger der Einrichtungen Kindergarten und Kinderkrippe weise einen Anstellungsschlüssel von 1:7,3 vor, das bedeutet, dass mehr Personal eingesetzt werde als gesetzlich gefordert. Zudem sei die Fachkraftquote von 93 Prozent ebenso deutlich über dem Normwert von 50 Prozent. „Qualifiziertes Personal kostet eben auch Geld“, so Huber, der die Qualität der Samerberger Kindertagesstätten und des Neubaus hervorhob. In der Buchungskategorie von vier bis fünf Stunden Betreuungszeit täglich betrage die Gebühr derzeit 112 Euro monatlich, künftig liegt sie bei 130 Euro pro Monat. Eltern mit Kindern ab drei Jahren bekommen 100 Euro Ermäßigung durch den Freistaat pro Monat.
Veronika Wörndl von der Kindergarten-Verwaltung betonte, man liege mit den Gebühren im Mittel vergleichbarer Einrichtungen und Kommunen. Etliche Gemeinderäte schlugen vor, die Gebührenerhöhung auf zwei Jahre zu verteilen. Insgesamt nimmt die Gemeinde derzeit 200000 Euro Elternbeiträge pro Jahr ein, künftig wären es 237000 Euro. Das Defizit pro Jahr liege bei Krippe und Kindergarten bei rund 450000 Euro. Am Ende einer hitzigen Diskussion stimmte eine Mehrheit von 8:6 Stimmen im Gemeinderat für die Erhöhung der Gebühren. Die neue Satzung gilt ab dem 1. September 2023. Eine Gebührenerhöhung von 20 Prozent wurde auch für die Mittagsbetreuung beschlossen. Dort seien die Elternbeiträge aber insgesamt niedriger, erläuterte die Koordinatorin Erika Spöck. Die monatliche Gebühr für die Betreuung an zwei Wochentagen bis 14 Uhr steigt von 20 auf 24 Euro, das entspricht einer Tagesgebühr von drei Euro. Bei einer Buchung bis 16 Uhr kostet ein Betreuungstag zwischen 3,60 und 4,50 Euro. Die Änderung der Satzung wurde mit 11:3 Stimmen beschlossen.