Nußdorf – Nicht schlecht gestaunt haben die Mitbewerber der kürzlich stattgefundenen Schlittenrennen (Norikerrennen) über die Leistungen von Sebastian Grandauer und seinem elfjährigen süddeutschen Kaltblutpferd Fabiola. Bei den wenigen Schlittenrennen, die trotz der schlechten Schneelage in diesem Jahr im benachbarten Tirol stattgefunden haben, waren die beiden stets unter den Erstplatzierten zu finden.
Traumhafte
Winterkulisse
Das erste Rennen fand heuer in Kitzbühel statt. Immerhin ging es hier um die heiß begehrte „Goldene Gams“. Und so schwärmt Sebastian Grandauer: „Bei einer traumhaften Winterkulisse direkt vor dem Wilden Kaiser kamen bei dem spannenden Rennen nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer voll auf ihre Kosten.“ Ein Rennen, das er mit seiner Fabiola schließlich für sich entscheiden konnte. Schon wenige Tage später war das Gespann wieder gefordert. In Matrei gelang es ihnen, auf den vierten Platz zu kommen. „Sensationell war auch das jüngste Rennen in Kirchberg, das bei Flutlicht und einer besonderen Atmosphäre in der Nacht stattfand“, sagte Grandauer, bei dem er auf dem zweiten Platz landete. In der Summe steht das Duo nun an zweiter Stelle aller bisher noch vor Ostern in Tirol ausgetragenen Winterrennen. Weitere Rennen werden wohl wegen der milden Witterung nicht mehr ausgetragen. Übrigens, Grandauer ist mit seiner Fabiola der einzige Teilnehmer aus Bayern. So muss er sich gelegentlich das „Gefrotzel“ seiner Tiroler Mitbewerber anhören, dass nur ein einziger Bayer an den Tiroler Rennen teilnehme und dieser auch noch die Pokale mit nach Deutschland nehme.
Das Schlittenfahren auf dem Schnee ist nicht ganz einfach. „Der Schnee muss fest, besser sogar hart sein“, sagt Grandauer, dessen Pferd mit speziellen Hufeisen, an dem Spikes befestigt sind, zuvor beschlagen wurde. Auch das Reglement ist sehr streng.
Strenges
Reglement
„Wir dürfen auf der 1800 Meter langen Rennbahn nur traben und nicht galoppieren, sonst werden wir disqualifiziert. Außerdem muss der Sieger beim nächsten Rennen eine 20 Meter längere Strecke zurücklegen, als alle anderen Teilnehmer“, sagt Sebastian Grandauer. „Lernen“, so sagt er, lernen kann man das Rennschlittenfahren nicht in einer Schule. Hier heißt es üben, üben und nochmals üben. Alleine schon die Vorbereitung auf die Rennen macht viel Spaß, nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Pferd, das sichtlich Freude an den langen Trainingsausfahrten im winterlichen Inntal hat.“