Stephanskirchen – Die Aktive Projektschule (APS) in Högering ist abgehängt. Die rund 85 Kinder und Jugendlichen der privaten Mittelschule kommen seit einer Fahrplanumstellung im Dezember nicht mehr problemlos zur Schule. Zum einen, weil es die zeitlich passenden Busse nicht mehr gibt. Zum anderen, weil die Haltestelle Högering nicht mehr angefahren wird.
Bürgermeisterin schlägt Alarm
Die Dritte Bürgermeisterin Steffi Panhans sprach das Problem jetzt in einer Sitzung an. Sie wollte wissen, was die Gemeinde tun kann. Denn dass die APS-Schüler täglich die vielbefahrene Staatsstraße 2095 queren müssen, „wo die Autos mit 70 bis 100 Stundenkilometern fahren“, sei eine zu große Gefahrenquelle, als dass die Gemeinde wegschauen könne.
Tut sie auch nicht, versicherte Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie). „Wir haben beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO) massiv darauf gedrungen, dass die Busse wieder durch den Ort fahren, und im Landratsamt Druck gemacht.“ Die Gemeinde sei aber weder für die Buspläne noch für die Staatsstraße zuständig, könne direkt nichts tun.
Für die Staatsstraße ist Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt, Abteilung Straßenbau, zuständig. Er sagte auf Nachfrage der Redaktion, dass sein Amt eine Querungshilfe – auch bekannt als Verkehrsinsel – prüfe. Ein Ergebnis läge aber noch nicht vor.
Bis zu den Weihnachtsferien gab es zwei Busse, die Kinder und Jugendliche passend zum Unterrichtsbeginn an der Bushalte Högering absetzten. Ein Bus fuhr um 8.15 Uhr ab Rimsting über Bad Endorf, wo auch Kinder aus Amerang und Höslwang zustiegen. Der andere Bus fuhr um 7.55 Uhr ab Rosenheim Bahnhof. Für alle Schüler gut zu erreichen, nur die Babenshamer, die brauchten für die ersten Kilometer bis zum Wasserburger Bahnhof ein Elterntaxi.
Diese Busverbindungen gibt es nicht mehr. Der RVO habe die Schule seit der Eröffnung im Schuljahr 2017/2018 mit den beiden Buslinien versorgt und diese auch finanziert, so die Pressestelle der Bahn, zuständig für den RVO. „Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember gibt es nun eine ÖPNV-Verbindung ab Rosenheim auf den Linien 9492 und 9510 im Stundentakt. Die Schüler können um 7.15 Uhr und 8.15 Uhr ab Rosenheim Bahnhof nach Högering fahren (Ankunft 7.30 Uhr und 8.30 Uhr)“, heißt es vonseiten der Bahn, die damit die Haltestelle an der Staatsstraße meint.
Mittlerweile hat die Schule den Schulbeginn auf 8 Uhr geändert. „Folglich können die Schüler ab Rosenheim Bahnhof um 7.15 Uhr mit dem ÖPNV fahren. Die Schüler von Amerang, Höslwang und Halfing haben eine Verbindung mit der Linie 9492 um 6.27 Uhr (ab Amerang). Ankunft an der Schu-le ist um 7.06 Uhr in Högering“, erklärt die Sprecherin der Bahn.
Lediglich die Schüler ab Bad Endorf müssten mit dem Zug 6.58 Uhr nach Rosenheim fahren und anschließend mit dem Bus um 7.15 Uhr nach Högering. Ein zusätzlicher Bus zum Schulbeginn um 8 Uhr als Verbindung Rimsting-Högering könne aus wirtschaftlichen Gründen nicht gestellt werden. Die Fahrt um 8.15 Uhr ab Rimsting sei wegen des neuen Schulbeginns nicht mehr erforderlich.
Verbesserung
am Nachmittag
Am Nachmittag, so die Bahn, sei durch die neue Taktung eine Verbesserung erzielt, „es gibt jetzt stündlich eine Verbindung nach Rosenheim.“ In der Gegenrichtung gibt es – zum Teil mit Umstieg in Prutting – zumindest einen Zwei-Stunden-Takt nach Amerang und Höslwang, von Bad Endorf nach Rimsting gehen die Busse im Stundentakt.
„Zu diesem Themenkomplex ist die RVO im Austausch mit Schule und Landratsamt“, erklärt die Bahn. Die Einrichtung eines Bürgerbusses hält die Bahn für möglich, zuständig seien aber Schule und/oder Gemeinde, nicht RVO und Bahn.