Fröhliches Patenbitten für Fahnenweihe

von Redaktion

Befreundete Trachtenvereine Hirnsberg und Endorf pflegen alten Brauch

Bad Endorf – Wenn die „Bachecker“ Hirnsberg-Pietzing im August ihr Vereinsjubiläum zum 100-jährigen Bestehen feiern, wird als Höhepunkt eine neue Fahne geweiht. Zu solch einem Anlass gehört ein Patenverein. Mit den Trachtlern von „Edelweiß“ aus Endorf sind die Hirnsberger nicht nur nachbarschaftlich und freundschaftlich, sondern schon lange durch gegenseitige Patenschaft verbunden. Anlässlich der anstehenden Fahnenweihe wurde diese Patenschaft erneuert.

Begleitet von der kleinen Besetzung der Bachecker Blech wurde eine große Schar Hirnsberger Vereinsmitglieder in den Kurfer Hof entsandt, wo sie die Endorfer erwarteten. Festleiter Richard Mühlbauer trug in Gedichtform das Anliegen der Hirnsberger vor und fragte um die Patenschaft an. „Einen Verein, der erst im Vorjahr Erfahrung beim Aufstellen eines viel größeren Zeltes gesammelt hat, kann man sehr gut als Göd brauchen“, so der Festleiter mit einem Augenzwinkern.

Verhandlungsführer Sepp Hofmeyer stellte im Namen der Endorfer etliche Forderungen auf, unter anderem dass der Endorfer Verein über das Fest freigehalten wird und zusätzlich an allen Tagen noch einen Heimfahrservice bereitgestellt bekommt.

Völlig überzogene Forderungen – da waren sich die Hirnsberger einig. Als Erstes waren Gstanzln gefordert, in denen entweder „Endorf“ oder „Hirnsberg“ vorkommen musste. Schnupftabak schnupfen, Witze erzählen und juchitzn – alles kein Problem für die Bittsteller auf den Scheiten. Als Nächstes waren Weißwürste zu verzehren, dies hatte durch „zuzeln“, also ohne Besteck, zu erfolgen. Danach gab es Kaffee und Kuchen.

Am Schluss waren es 45 Minuten, die die Bittsteller auf den Scheiten knien mussten. Für die Fahnenmutter und die Herbergsmutter sprangen nach der Hälfte der Zeit Bürgermeister Alois Loferer und der Hirnsberger Ehrenvorstand Wolfgang Kirner ein.

„Alle Aufgaben souverän erfüllt“, zeigten sich die Endorfer nach der Dreiviertelstunde zufrieden. Die Vorsitzenden Stein und Sepp Dickl besiegelten mit Handschlag folgende Einigung. Die Endorfer nehmen die Patenschaft mit Freude an, helfen beim Zeltaufstellen und heften bei der Weihe ein Patenband an die neue Fahne. Dafür werden die Endorfer beim Gartenfest der Hirnsberger am Pfingstmontag freigehalten.

Als Zuckerl gibt es einen Heimfahr-Service. Außerdem hat jeder Hirnsberger Trachtler ab sofort bei der Durchfahrt durch Endorf zu grüßen und bei den Trachtenfesten, die dieses Jahr anstehen, haben sich die Hirnsberger und Endorfer jeweils gegenseitig freudig „zuzujuchitzn“. Stein zeigte sich zufrieden: „I hobs ma schlimmer vorgstellt, aber scheinbar meng uns de Endorfer ganz schee gern. Mia gfrein uns auf a scheens Gründungsfest mit am bärigen Patenverein.“

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