Törwang – „Zum Glück haben wir eine aufmerksame Nachbarschaft“, berichtet der Inhaber des Gasthofes, Wolfgang Pallauf, sichtlich erleichtert. In der Nacht von Sonntag, den 19. März, auf Montag hätte das gesamte Gebäude am Samerberg abbrennen können, wäre nicht ein Spaziergänger mit seinem Hund zufällig in der Nähe unterwegs gewesen.
Dieser alarmierte um 23.30 Uhr nicht nur die Feuerwehr, sondern auch sämtliche Törwanger Nachbarn. „Innerhalb kürzester Zeit waren gut 15 Feuerlöscher organisiert, um das Feuer zu bekämpfen”, meint der Gastwirt.
Beherztes Eingreifen
Pallauf selbst sei zu diesem Zeitpunkt noch im Zillertal unterwegs gewesen, als ihn die Horrornachricht erreichte. Nachdem er eine Stunde später beim Gasthof eintraf, war der Großeinsatz schon im vollen Gange und das Feuer bereits gelöscht. „Alle drei Feuerwehren aus Törwang, Roßholzen und Grainbach waren da und haben geholfen“, sagt Pallauf.
Auch die Polizei und das Technische Hilfswerk waren zu der Zeit schon längst alarmiert, da ein potenzieller Hotelbrand automatisch einen Großeinsatz auslöst, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Brannenburg bestätigt. „Doch durch das beherzte Eingreifen der Anwohner und das zügige Eintreffen der Feuerwehr konnte das Feuer gelöscht werden, bevor es sich ausbreitete.“
Auch der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank, der bei den Löscharbeiten vor Ort war, lobte die Vorarbeit der Törwanger. „Da der Brand außen am Gebäude war, konnten die Nachbarn das Feuer bereits eindämmen.” Die rund 60 Einsatzkräfte mussten sich demnach nur noch um wenige Flammenherde kümmern und die Räume anschließend „entrauchen”.
Der Innenbereich blieb laut dem Eigentümer unversehrt und auch die fünf Mitarbeiter, die beim Ausbruch des Brandes als Einzige noch im Gasthof waren, sind nicht verletzt worden. Ein Teil der bei einem Großbrand alarmierten Helfer musste dem Kreisbrandrat zufolge somit erst gar nicht mehr ausrücken. „Innerhalb einer halben Stunde war das Gröbste erledigt und wir mussten nur noch aufräumen”, sagt Schrank.
Uneinigkeit herrscht aktuell noch über die Ursache des Brandes. Während Feuerwehr und Polizei von einem defekten Heizpilz ausgehen, glaubt der Inhaber nicht, dass es an der Heizvorrichtung lag. „Ich glaube, es war irgendetwas mit der Elektronik”, meint Pallauf. Die Ermittlungen dazu seien jedoch noch nicht abgeschlossen.
Da die Nachbarn so schnell reagierten, beschränkte sich der Schaden dem Gasthof-Betreiber zufolge auf die hintere Sonnenterrasse sowie einen Teil der Hausfassade. „Da hatten wir noch einmal Glück im Unglück”, bilanziert Pallauf. Im Gegensatz zur Schätzung der Polizei geht er jedoch von einem deutlich höheren Schaden als „nur” 10000 Euro aus. „Alleine mit der Markise sind wir schon bei 20000 Euro“, meint er. Zusammen mit der Fassade rechne er daher mit mindestens 50000 Euro.
Gasthof
bleibt geöffnet
Den Betrieb des Hotels möchte Pallauf nun so weit wie möglich am Laufen halten. Der Gasthof bleibe demnach mitsamt Biergarten geöffnet. „Im Mai sollte dann auch die Terrasse wieder einsatzfähig sein”, bilanziert der Gastwirt. Spaziergänger und Nachbarn sei Dank.