Prutting – Zum ersten Mal die Teilnahme am Stadtradeln, inhaltlich verknüpft mit konkreten Überlegungen zum Ausbau von Fahrradstrecken; Sanierung des Hochbehälters verbunden mit drei Infotagen rund ums Trinkwasser, in dieser Form eine hochgelobte Premiere im Landkreis; erste Schritte zu Erneuerung der Wirtshauskultur – das waren nur einige der „Highlights“ des Jahresrückblickes.
Wie es mit der Entwicklung des Ortes weitergehen soll, das konnte Bürgermeister Johannes Thusbaß nur kurz anreißen, ausführlich wird man darüber auf einer eigenen Bürgerversammlung am 27. April reden. Diese ist Teil des laufenden Gemeindeentwicklungskonzeptes.
Energiekonzept
wird konkreter
Schon jetzt ist klar: Einer der Entwicklungsschwerpunkte wird der geplante Aufbau eines Nahwärmenetzes sein, das die Wärmeversorgung des Kernortes auf komplett neue Füße stellen wird. Und das nicht als fernes Vorhaben, sondern schon ganz konkret: Es sieht derzeit tatsächlich so aus, als könnte die geplante Heizzentrale im neuen Gewerbegebiet noch in diesem Jahr betriebsfertig hingestellt werden, sodass noch im kommenden Winter ein erster Teilabschnitt mit Wärme beliefert werden könnte. Eingebunden wären dabei vor allem Kirche, Rathaus, Schule und das neue Seniorenzentrum.
Aber auch sonst will man in Sachen Energie in handfester Art und Weise vorankommen: Es ist eine Photovoltaik-Offensive geplant. Sie wird eine Infoveranstaltung beinhalten, bei der allen interessierten Privatleuten Tipps und Hilfen zur Anlage von Photovoltaikflächen auf ihren Dächern vermittelt werden. Das ganz Neue ist dabei: Diese zukünftigen Flächen sollen nicht als „Insel-Lösungen“ konzipiert werden. Man will es vielmehr schaffen, die Stromproduktion dieser Einzelflächen in einem sogenannten virtuellen Kraftwerk zusammenzufassen, sodass sie für alle Pruttinger nutzbar wird: Im Ort produzierter Eigenstrom – und das ganz ohne den Verbau der Landschaft durch große Photovoltaikanlagen auf Grünland oder Ackerflächen.
Möglich werden solche ehrgeizigen Projekte durch das Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel, dem die Gemeinde im vergangenen Jahr beigetreten war und dem dort vorhandenen Fachwissen. Auch dass die Planung des Nahwärmenetzes so rasant voranschreitet, ist diesem Beitritt mit zu verdanken.
Den Ort voranbringen – das schaffen aber nicht nur diese ganz großen Vorhaben, sondern auch kleinere, die klein aber oftmals nur hinsichtlich des Bauaufwandes sind, in ihrer Vorbereitung aber ebenfalls durchaus viel Mühe und Aufwand verursachen. Etwa die geplanten Querungshilfen über die Staatsstraße in Sonnen und Bamham. Hier werden die zu erwartenden Kosten in nächster Zukunft feststehen, dann kann der Gemeinderat darüber entscheiden, ob das Projekt finanzierbar ist.
Leichter zu verwirklichen sind andere Projekte, die das Leben in der Gemeinde aber durchaus entscheidend verschönern können. Etwa die Anlage von „Ratsch-Orten“ in den einzelnen Gemeindeteilen, kleine Treffpunkte im Freien, an denen man sich zum Austausch „einfach mal so“ zusammensetzen kann.
Zukünftige
Wirtshauskultur
Gerade solche kleineren Neuerungen leben von den Anregungen und Ideen der Bürger und die beste Gelegenheit, sie vorzubringen, sind die Treffen im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes. Diese geben der Verwaltung ein Bild davon, was für die Bürger wirklich von Bedeutung ist, und ermöglichen es, das Gemeindehandeln darauf abzustimmen. Ein beeindruckendes Beispiel für Bürgerbeteiligung war das Treffen zur zukünftigen Wirtshauskultur von Ende Januar. Welche Ideen man in der Gemeinde aus den dort vorgebrachten Vorschlägen entwickelt hat, auch das wird bei der Bürgerversammlung am 27. April mit Thema sein.