Oberaudorf – Rund 60 Besucher konnte der FW-Kreisvorsitzende und Bezirksrat Sepp Hofer bei einer Versammlung der FW im Gasthaus Ochsenwirt in Oberaudorf begrüßen. Birgit Eibl, Fachanwältin für Familien- und Erbrecht, nebenbei noch FW-Kreisrätin und Zweite Bürgermeisterin in Holzkirchen, berichtete in einem kurzen Statement über das Erbschaftssteuerrecht. Seit 1. Januar 2023 werden Grundstücke und Gebäude nach dem Verkehrswert bewertet, was dazu führe, dass in Südbayern die Freibeträge bei Weitem nicht mehr ausreichen. Das könne dazu führen, dass das „kleine Häuschen“ der Oma mit 500 Quadratmetern Garten nicht mehr an die Nachkommen vererbt werden könne, da die hohe Erbschaftssteuer vom Erben oft nicht aufgebracht werden kann, so die Anwältin. Besonders bitter sei aber, dass der größte Teil der Erbschaftssteuer über den Länderfinanzausgleich in den Norden und Osten der Republik abfließe. „Kurzfristiges Ziel der FW sei, die Freibeträge je nach Region passend zu gestalten, langfristiges Ziel müsse die Abschaffung der Erbschaftssteuer sein, so wie es die FW bei den Straßenausbaubeiträgen auch geschafft haben“, meinte die Anwältin.
Den größten Teil des Abends aber nahm eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum ein, das zahlreiche Fragen zum Thema stellte, die zum Teil auch der Gutachter und Gemeinderat Stephan Bruhn beantworten konnte. Kreisrat Sepp Lausch aus Großkarolinenfeld sprach bei seinem Wortbeitrag noch die Tatsache an, dass ab einem Besitz von 300 Wohneinheiten aufwärts steuerfrei vererbt werden dürfe. Dies bezeichnete Sepp Lausch als „grobe Ungerechtigkeit“, die Superreiche extrem bevorzuge.