Neubeuern – Im hohen Alter von 93 Jahren schloss sich, wohlbehütet von einem großen Familienverband, und in den letzten Monaten fachlich betreut in einem Pflegeheim, der abwechslungsreiche und arbeitsreiche Lebenskreis von Sonja Bica. Pastorin Judith Kraus verwies mit den Worten der Heiligen Schrift auf das behütete Leben der verstorbenen. Geboren in Mähren, wurde sie 15-jährig mit ihrer Mutter zur Flucht gedrängt. Neubeuern wurde ihre neue Heimat. Nach einer ersten Bleibe im Glaserwirtshaus fand man später im Grein-Anwesen in Altenmarkt Platz und Geborgenheit. Die Papierfabrik in Redenfelden war für sie wie für viele Zeitgenossen eine sichere Arbeitsstelle.
In der „Neuen Welt“ am Sailerbach begann nach der Hochzeit mit Sepp Bica mit dem Bau eines Eigenheims ein neuer Lebensabschnitt. Durch die Zimmervermietung in den Urlaubsmonaten sicherte sich das Ehepaar einen Zuverdienst. Sonja und Sepp Bica waren so in die Arbeit des Verkehrsvereins eingebunden, wo man seinen Arbeitsbeitrag leistete. Langjährige Freundschaften haben sich gebildet. Bis ins Alter von über 80 Jahren war die Gästebetreuung Sonja Bicas Herzensangelegenheit. Unterstützung gewährte sie ihrem Ehemann in seiner Tätigkeit bei der Fernsehinteressengemeinschaft.
Der heimische Blumen- und Gemüsegarten war der nun Verstorbenen ein großes Anliegen. Nachbarschaftliche Verbundenheit, der Ratsch am Gartenzaun und gemeinsame Ausflüge bereicherten den späteren Lebensabschnitt. Für die Familie war sie ausgleichender Mittelpunkt und Bezugsperson. So eingebunden verweilte die Verstorbene lange im Kreis der Familie in ihrem geschaffenen Heim, ehe eine fachliche Pflege und Hilfe unumgänglich war. Viele Mitbürger aus dem benachbarten Umfeld sowie Familie und Freunde konnten so, in dankbarer Anerkennung, die Urne der geweihten Erde übergeben.