„Der eingebildete Kranke“ begeistert

von Redaktion

Ensemble des Theatervereins Rohrdorf überzeugt die Zuschauer

Rohrdorf – „Ein echtes Erlebnis, grandios gespielt, muss man unbedingt gesehen haben“, lautete eine Äußerung, die in einem Rosenheimer Geschäft zu hören war. Offenbar waren selbst von dort Leute nach Rohrdorf gefahren, um den „Eingebildeten Kranken“ der Theaterleute des Rohrdorfer Trachtenvereins zu sehen.

Hauptrollen
perfekt besetzt

Dass das Lob berechtigt ist, sagt wohl jeder, der eine Aufführung erlebt hat, doch wenn es ums „grandiose Spiel“ geht, wird es schwierig. Einzelne Schauspielende hervorzuheben ist eigentlich unfair, denn richtig gut waren sie alle. Andererseits: In jedem Stück gibt es eine oder zwei zentrale Rollen. Sind die nicht wirklich optimal besetzt, können die anderen so gut sein, wie sie wollen – das Stück entfaltet keine echte Wirkung. Beim „Eingebildeten Kranken“ sind dies natürlich der „Kranke“ mit Namen Festl Argan selbst, aber auch, als seine direkte „Gegenspielerin“, die Hausmagd Antonia.

Doch diese Rollen scheinen Toni Wufka und Anna Hausstetter direkt auf den Leib geschrieben. Man bekommt, wenn man Wufka an seiner „Krankheit“ schwer tragen sieht, direkt selbst Phantomschmerzen und fühlt den lähmenden Griff des Lebens Eintönigkeit: „365 Tag im Jahr aufstehen, 365 Tag im Jahr wieder ins Bett gehen – was für ein Jammer“. Nur gut, dass Hausmagd Antonia dagegenhält. Sie hat keinen falschen Respekt, weder vor Festl Argan, noch vor irgendwelchen Krankheiten, vor Ärzten und Apothekern schon gleich gar nicht. Und hält mit dieser Meinung auch nicht hinterm Berg, verkündet sie vielmehr lautstark und wortgewaltig, sodass sich die zwei immer wieder in Wortgefechte verwickeln.

Aufführungen
am Wochenende

Schon das Duo allein ist eine Schau und ein Glück, dass sie ein Umfeld haben, das ihrem Potenzial ebenbürtig ist. Da ist etwa Georg Dick als Argans Bruder Bartl – doch halt: Hier anzufangen, hieße alle nennen zu müssen. Besser ist es, in eine der Aufführungen zu gehen und sich selbst überzeugen zu lassen. Die nächsten sind am Freitag, 31. März, Samstag, 1. April, und Sonntag, 2. April, jeweils 20 Uhr im Heimathaus.

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