Kiefersfelden – „Die Zufahrt zu den geplanten Häusern ist einfach nicht geeignet“, sagt der Kiefersfeldener Josef Spöckner. Er wohnt seit rund 35 Jahren nur ein paar Meter vor dem Kölner Weg 16, auf dem drei Familien nun jeweils ein Haus bauen wollen.
Sorge um
spielende Kinder
Das Problem aus Sicht des Anwohners: „Die Straße zu dem Grundstück ist maximal 2,70 Meter breit und nicht vollständig geteert.“ Daher würde es schon jetzt immer wieder zu Unfällen kommen, bei denen Autofahrer mit dem Zaun von Spöckner zusammenstoßen. Gerade in der Kurve, wenige Meter nach der Einbiegung auf den Kölner Weg, würde es eng werden. „Und das, obwohl ich die Gefahrenstelle schon markiert habe”, meint Spöckner. Ein weiteres Problem sei der in der Straße etwas weiter nördlich gelegene Spielplatz, den zahlreiche Kinder bisher auch unbegleitet nutzen würden. Mit weiteren Bauvorhaben würde der Zugang zum Spielplatz deutlich gefährlicher werden.
„Zumal es bei den drei Häusern nicht bleiben wird”, meint auch die Kiefersfeldenerin Ruth Goinger in ihrem Brief an die OVB- Heimatzeitungen. Sobald die Einfamilienhäuser genehmigt wären, würden zahlreiche Spekulanten ebenfalls im Umfeld des Kölner Weges bauen wollen, was die Belastung immer weiter steigere. Es geht laut Goinger daher nicht darum, dass man es den einheimischen Familien nicht gönnt, sondern vielmehr um die mittelfristigen Folgen.
Beide Einwohner können außerdem nicht verstehen, wieso ein Bauvorhaben geprüft wird, das laut Spöckner und Goinger bereits 2009 als „unmachbar“ eingestuft wurde. In der Gemeinderatssitzung wandte sich Spöckner daher mit diesen Fragen an die Öffentlichkeit. Bürgermeister Hajo Gruber betonte bereits dort, dass jeder Grundstückseigentümer grundsätzlich das Recht hat, einen Häuserbau prüfen zu lassen. Daher sei nun das formelle Verfahren eingeleitet worden, bei dem die zuständigen Fachstellen die Gegebenheiten rund um die circa 3400 Quadratmeter große Fläche einschätzen. „Dabei ist das Ergebnis jetzt noch völlig offen”, betonte der Rathauschef. Für Spöckner blieb jedoch die entscheidende Frage, was passiert, wenn die Häuser gebaut werden und man dann plötzlich merkt, dass die Zufahrt durch den Kölner Weg nicht funktioniert?
„Dann wird gar
nicht erst gebaut“
„Ganz einfach”, meint Gruber auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Sollte sich herausstellen, dass der Weg zu schmal ist, dann wird gar nicht erst gebaut.“ Bevor irgendein Plan überhaupt aufgestellt werde, solle zunächst objektiv geprüft werden, ob die Straße auch mit den drei zusätzlichen Einfamilienhäusern geeignet ist.
Die anderen Felder rund um den Kölner Weg seien außerdem im Flächennutzungsplan nicht als Baugrund vorgesehen, weshalb dort laut dem Rathauschef aktuell gar keine weiteren Häuser gebaut werden dürften.
Wann genau feststeht, ob im Kölner Weg gebaut wird, kann Gruber noch nicht sagen. „Bisher sind jedenfalls noch keine Stellungnahmen eingegangen“, meint er. Sollten jedoch keine Einwände erhoben werden, könnte die Diskussion rund um den Kölner Weg 16 in die nächste Runde gehen.