Ein Rückzugsort zum Entschleunigen

von Redaktion

Chalet-Feriendorf in Aschau Bauherr verrät Details zu Einrichtung und Baubeginn

Aschau – Jede Sonnenliege ist mit einem Handtuch reserviert, im Pool planschen Kinder und ein Animateur heizt den Gästen mit Sommerhits ein – so sieht Urlaub für viele Verbraucher aus. So soll Urlaub im Chalet-Feriendorf in Aschau im Chiemgau nicht aussehen.

„Das Coronavirus hat gezeigt, dass die Menschen autark Urlaub machen wollen, nicht im Hotel unter tausend Leuten“, sagt Werner Heinrichsberger. Das Feriendorf soll ein Rückzugsort sein, Gästen die Möglichkeit geben, zu entschleunigen. Das Frühstück wird nicht in einem Saal mit 100 Tischen und Buffet serviert, sondern im Holzkisterl. Darin: Saft, Eier, Schinken, Lachs, Brötchen oder was das Herz des Gastes sonst begehrt.

Möglicher
Baubeginn im Mai

Doch bis dahin dauert es noch. Der Baubeginn hängt Heinrichsberger zufolge vom Genehmigungsverfahren des Landratsamtes ab. Der Unternehmer rechnet mit Anfang Mai. Zuerst müsse der Untergrund verdichtet werden, damit er fest genug für die Bodenplatten ist. Dann sollen die zwölf Chalets gebaut werden. „Das ist wie bei einem konventionellen Hausbau – nur in Holz“, sagt Heinrichsberger.

Auch die Energiezentrale für Fernwärme will der Bauherr so schnell wie möglich errichten. „Wir sind fast vollkommen klimaneutral”, betont er. Auf dem Großbau mit den Apartments sei eine flächendeckende Photovoltaikanlage geplant. Auch begrünte Flachdächer sind laut Heinrichsberger vorgesehen. Geheizt werde mit Pellets. Zudem handle es sich um ein sensibles Gebiet. Von Anfang an habe sich die Familie Heinrichsberger deshalb mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rosenheim abgestimmt. Laut dem Bauherren passiert das normalerweise erst nach Einreichung des Bebauungsplans. Doch es mussten ein paar Bäume gefällt werden – mit Erlaubnis der Behörde. Dafür werde Ersatz gepflanzt.

Das Landratsamt hat Werner Heinrichsberger zudem darauf hingewiesen, dass die Sicht vom Feriendorf auf die Straße durch das Brückengeländer eingeschränkt wird. Deshalb werde die Einfahrt nun auf die rechte Seite des Feriendorfes verlegt.

Neben den zwölf Chalets und zwei Apartment-Häusern wird es einen Spielplatz mit Schaukel, Rutsche und Kletterturm geben. Heinrichsberger weist zudem auf das nahe gelegene Freibad mit Beachvolleyball hin und den Hochseilgarten in Aschau.

98 Betten umfasst das Feriendorf. Die Chalets sind 90 Quadratmeter groß und umfassen je eine Küche, zwei Schlafzimmer, eine Sauna und einen „Außenzuber“ – ein beheiztes Badefass. Eine „gehobenere Ausstattung“, wie Heinrichsberger findet. Die Ferienwohnungen – mit Balkon – haben 30 oder 60 Quadratmeter. Die größeren Apartments haben auch eine Sauna und eine freistehende Badewanne.

Zudem sind fünf der Chalets und alle Ferienwohnungen barrierefrei. Vier Apartments sind rollstuhlgerecht. Das sei optimal für ältere Menschen. „Ich bin mir sicher, dass das gut angenommen wird“, sagt Heinrichsberger. Aschau sei für Tourismus prädestiniert – mit seinen Bergen, dem Chiemsee und der Nähe zu München und Salzburg.

Wie viel das Projekt kostet, will Heinrichsberger nicht verraten. Er meint: „Die Kosten sind ganz schön davongelaufen.“ Als die Familie das Grundstück erworben hat, war es noch ein Campingplatz. Werner Heinrichsberger hatte die Idee ein Sanitärgebäude und Holzhütten zu errichten – doch nicht in der Größenordnung. Das habe sich nach und nach ergeben. „Wir sind schließlich keine Bauträger, sondern ein eigenständiges kleines Gastronomieunternehmen“, sagt Heinrichsberger. „Ich bin froh, wenn es losgeht, wenn es fertig ist, und freue mich auf eine gute Auslastung.“

Herbert Reiter, Leiter der Tourist-Info Aschau, ist überzeugt, dass das zukünftige Angebot Touristen in den Ort ziehen wird: „Die Chalethäuser bieten eine wunderbare Unterkunft für Feriengäste, die mehr Freiraum und einen qualitativ hochwertigen Urlaub mit Privatsphäre genießen wollen.“ Beim Konzept stünden die Qualität und regionalen Produkte im Fokus.

Tourismus
vor Ort stärken

„Was Besseres kann man sich als Tourismusort Aschau nicht wünschen. Wir können uns glücklich schätzen, dass es motivierte „Anpacker“ wie die Betreiberfamilie Heinrichsberger gibt, die solche Projekte angeht, sagt Reiter. Das Tourismus-Standbein des Ortes werde so gesichert und rücke weiter in den Vordergrund. Durch die neuen Urlaubsdomizile werde nicht nur die Wirtschaftskraft von Aschau gestärkt, sondern auch die Übernachtungsstatistik verbessert.

Herbert Reiter spricht von einer Erweiterung des touristischen Angebots: „Alleine schon die Lage bietet einen komfortablen Rückzugsort und die umgebende Natur tut sicher das ihre dazu. Ich denke, die Gäste werden sich in den Chalets schon nach kurzer Zeit wie zu Hause fühlen.“

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