Nußdorf – Der Saal des Nußdorfer Schneiderwirts war gut gefüllt, als Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer die erste Bürgerversammlung in diesem Jahr eröffnete. In ihrem Jahresbericht konnte sie über die positive Entwicklung des Gesamthaushaltes, der mit rund acht Millionen Euro, Rücklagen von 2,4 Millionen Euro und einem Schuldenstand von 4,3 Millionen Euro zu Buche schlägt, berichten.
Leicht stagnierende
Einnahmen erwartet
Für das laufende Jahr rechnet die Gemeinde mit leicht stagnierenden Einnahmen von 1,4 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer und zwei Millionen Euro aus der Einkommensteuer. Aus den Schlüsselzuweisungen werden 131000 Euro und aus den Grundsteuern A und B 331000 Euro erwartet.
Als Ausgaben sind in dem mit 6,4 Millionen Euro angesetzten Verwaltungshaushalt 1,6 Millionen Euro für die Kreisumlage, 1,8 Millionen Euro Personalkosten, 178000 Euro für das Freibad und 715800 Euro für Kindergarten/Krippe vorgesehen. Der Schuldenstand zum Ende des laufenden Jahres wird auf 4,3 Millionen Euro prognostiziert.
Derzeit halten sich in Nußdorf 38 Asylbewerber auf. Darunter sind 16 Kinder. Außerdem haben acht ukrainische Flüchtlinge in Nußdorf eine Bleibe gefunden. Nach dem Erwerb des ehemaligen Altenpflegeheims „St. Benedikt“ durch die Gemeinde (wir berichteten) wird dieses Haus vorübergehend bis 31. Dezember 2024 dem Landratsamt zur Unterbringung weiterer 50 Asylbewerber beziehungsweise Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Danach soll es für gemeindliche Zwecke genutzt werden.
Um den Charakter eines typisch oberbayerischen Dorfes im Inntal, seine charakteristische räumliche Gliederung sowie die heimische Bauweise und Gestaltung zu wahren, trifft die Gemeinde Nußdorf in ihrer Gestaltungssatzung Regelungen für ihr Straßen- und Ortsbild. In Nußdorf haben sich im Rahmen der Dorferneuerung und des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ besondere Ansprüche für den Ort wie auch für die Außenbereichsbebauung entwickelt. Es sollen Gebäude entstehen, die sich durch ihre Gestaltung in die Eigenart des örtlichen Erscheinungsbildes einfügen. Gestalterische Festsetzungen zu Einfriedungen, Gartengestaltung und Eingrünung sollen das Orts- und Straßenbild bewahren und, wo notwendig, verbessern.
Für dieses Jahr steht der Umbau der Aussegnungshalle an.
Sie erhält unter anderem bis Ende Mai einen barrierefreien Zugang, einschließlich einer ganzjährig geöffneten Toilette, einen frostsicheren Brunnen und einen neuen Bodenbelag. Die Kosten werden auf rund 200000 Euro geschätzt.
Im Bereich des Seilenauwegs wird die Wasserleitung auf einer Länge von rund 300 Meter neu verlegt. Teilweise werden auch Schieber und Hydranten erneuert. Zeitgleich wird in Zusammenarbeit mit der Bayernwerk Netz GmbH die Straßenbeleuchtung ausgetauscht. Insgesamt wird die Beleuchtung dabei reduziert. Die Peitschenleuchten werden durch Bergmeisterlampen ersetzt. Hier entstehen Kosten von rund 340000 Euro.
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt im Bereich der Neubeurer Straße und Brannenburger Straße wird in diesem Jahr geplant. Der Bau ist für das kommende Jahr durch das Staatliche Bauamt vorgesehen und wird in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Dabei soll ein Gehweg an der Hauptstraße zwischen Hochriesweg und Am Ring entstehen. Die Gehwege in der Neubeurer Straße und Brannenburger Straße werden erneuert und saniert.
Der Hochwasserschutz am Steinbach verläuft planmäßig. Aktuell finden Bauarbeiten zwischen dem Fußgängersteg bis zum Seilenauweg statt. Hier wird der Deich stabilisiert, angehoben und rückverlegt, der Querschnitt aufgeweitet und die Bachsohle vertieft. Im Herbst wird mit der Planung des dritten Bauabschnitts begonnen.
Weitere Baumaßnahmen und Projekte, die für das kommende Jahr geplant sind, ist die Kanalsanierung, Umbauarbeiten am Kindergarten St. Vitus, Umbau der Heizung in der Grundschule und für 2025 steht die Sanierung der Innbrücke 2025 auf der Agenda der Gemeinde. Derzeit werden in der Kinderkrippe und im Kindergarten 93 Kinder betreut und insgesamt 80 Schüler besuchen aktuell die Nußdorfer Grundschule.