Alles unter einem Dach

von Redaktion

Halfinger Vereine bilden nach Unwetter 2021 neue bunte „Wohngemeinschaft“

Halfing – Die Mehrzweckhalle war ein Opfer des Unwetters Ende Juli 2021, die Schule und das Pfarrheim auch. „Da fiel für die Vereine schlagartig vieles weg“, sagt Bürgermeisterin Regina Braun. Vieles hat sich in der Zwischenzeit auch wieder zurechtgeruckelt, aber noch nicht alles.

Trachtler und
Mutter-Kind-Gruppe

Schon während der Corona-Pandemie ging es los mit dem Raumtausch, nach dem Unwetter kam noch mehr Bewegung in die Sache. Der große Vereinsraum unter dem Dach des Rathauses „gehört“ Trachtenverein und Blasmusik. Die haben ihn auch selber ausgebaut. Dank Pandemie und Unwetter ist dort jetzt buntes Leben, erzählt Regina Braun von dem Treiben quasi über ihrem Kopf.

„Bis zur Mutter-Kind-Gruppe sind da jetzt alle möglichen Gruppen und Vereine drin“, freut sich die Bürgermeisterin.

Die Mehrzweckhalle hat längst einen neuen Fußboden, kann wieder für Sport und Veranstaltungen genutzt werden. Außerdem gebe es in der Gemeinde Mehrzweckräume für alle möglichen Nutzungen „und Wirtschaften haben wir ja auch“, sagt Bürgermeisterin Regina Braun.

Und dann ist da ja auch noch das Reismühlen-Areal. Da kann sich die üblicherweise gelassene Bürgermeisterin empören, wenn behauptet wird, im Erdgeschoss werde Gewerbe angesiedelt. „Quatsch! Die Bank zieht wieder ein, sonst sind da Sozialräume. Und eine Jugendgastronomie soll auch einziehen“, sagt Braun. Deswegen fände sie dort den Jugendtreff auch viel cooler als im Untergeschoss des Pfarrzentrums.

Zumal das Pfarrzentrum auch knapp zwei Jahre nach dem Unwetter immer noch eine Ruine ist. Ende Juli 2021 flog das Dach davon. Die provisorisch befestigten Planen hielten beim nächsten größeren Regen einige Tage später nicht stand, und das Pfarrzentrum soff ab. Die Kirche entschied sich für den Wiederaufbau statt Abriss und Neubau. „Die Arbeiten haben noch nicht begonnen“, sagt Irmi Binder, die im Pfarramt den Überblick über die Baumaßnahme hat. Die Ausschreibungen laufen und „wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres mit dem Wiederaufbau fertig sind.“ Erst dann sehe man, welche Gruppen welchen Raumbedarf haben.

Die Gemeinde bemühe sich, im Laufe des Umbaus der Reismühle und des Wiederaufbaus des Pfarrzentrums einiges neu zu strukturieren und Räume zu schaffen, sagt Braun. Wobei die meisten Vereine für sich eine gangbare Lösung gefunden haben, weiß die Bürgermeisterin. Sie wisse derzeit nur einen Verein, der ein Büro benötige – denn das ist jetzt noch im Haushalt eines Vorstandsmitglieds.

Sollte das Pfarrzentrum weiterhin ausschließlich kirchlichen Gruppen zur Verfügung stehen, könnte es mittelfristig eine andere Lösung geben. Denn der FC Halfing, der größte Verein im Ort, hat schon darüber nachgedacht, sein bestehendes Vereinsheim zu verlassen und deutlich größer neu zu bauen.

Für andere Vereine mit, nicht nur für die vielen eigenen Abteilungen. „Ich finde die Idee, das in Zusammenarbeit mit der Gemeinde zu machen, durchaus charmant“, sagt Bürgermeisterin Regina Braun dazu. Und gäbe es wirklich für jeden Verein im Ort ein Dach über dem Kopf.

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