Kritik an „Dorfcharakter“-Lösung

von Redaktion

Schechens Räte können sich auch zentrales Gebäude statt Einzelhäuschen vorstellen

Schechen – Derzeit betreibt die Gemeinde Schechen einen Naturkindergarten in einer provisorischen Containerlösung am Tannenweg. Die Nutzung ist befristet. Für die Zukunft ist der Bau eines neuen Kindergartens auf dem alten Sportplatzgelände geplant. Erste Pläne hat Architektin Claudia Petzenhammer-Hörmann von der beauftragten Architektur- und Stadtplanungs-GmbH nun dem Gemeinderat vorgestellt.

Speisesaal
und Turnraum

Das Konzept von Architektin Petzenhammer-Hörmann zeigte mehrere Gebäude, die sich um eine Innenplatz gruppieren. In „Haus 1“ ist die Verwaltung untergebracht, mit Büros und Personalräumen. „Haus 2“ ist ein Mehrzweckgebäude mit Speisesaal und Turnraum, die variabel zusammengelegt werden können. Außerdem sind dort eine Küche mit eigener Zufahrt für den Caterer und Technikräume vorgesehen. Die weiteren Gebäude beherbergen die Kita- und Krippengruppen.

Eines der Gebäude kann erst später gebaut werden, wenn es einen entsprechenden Bedarf gibt. Daher ist zumindest dieses in Holzständerbauweise geplant. So kann das Haus vorgefertigt und schnell aufgebaut werden.

Das „Kindergarten-Dorf“ wird über eine Zufahrt von der Rosenheimer Straße aus erschlossen. 20 Stellplätze sind vorgesehen, 20 weitere können in Richtung Bahngleise ergänzt werden. Das gesamte Areal umfasst rund 8000 Quadratmeter. 

Bei den Dachformen bevorzugte die Planerin Satteldächer. Das Mehrzweckgebäude könnte allerdings ein Flachdach mit hochgezogener Attika bekommen. Das ist eine wandartige Erhöhung der Außenwand, die über den Dachrand hinausreicht und das Dach verdeckt. Auf dem Flachdach ließe sich eine Photovoltaikanlage integrieren. 

Bürgermeister Stefan Adam (CSU) betonte, dass es sich lediglich um eine Vorplanung handele, bei der noch keine Details festgelegt werden. Insbesondere bei den Dachformen werde man den Bebauungsplan so gestalten, dass man sich möglichst wenig einschränke. 

Sabine Altendorfer (CSU) wollte wissen, warum die Gemeinde nicht alle Häuser zeitgleich baue. Amtsleiter Karl-Heinz Salzborn erklärte, dass man einen entsprechenden Bedarf nachweisen müsse. Bürgermeister Adam ergänzte, dass die Gemeinde vom Landkreis Rosenheim kürzlich eine Statistik zur Bevölkerungsentwicklung bekommen habe. Demnach seien die Zahlen in Schechen in Zukunft rückläufig. „Auch wenn ich mir das nicht vorstellen kann“, so der Bürgermeister. Im Moment sehe es so aus, als ob vier Gruppen reichen. Die Gemeinde habe einen Puffer eingeplant.

Allerdings werde die Verwaltung noch eigene Prognosen aufstellen. Wenn sich herausstelle, dass der Bedarf da ist, werden gleich alle Häuser gebaut.

Martin Rinser (Parteifreie Bürger Schechen) betonte, dass die Planung toll aussieht. „Aber ist es nicht viel günstiger, wenn man nur ein Gebäude baut?“, wollte er wissen.

Auch Josef Weber (CSU) äußerte sich kritisch. So müssten die Erzieher immer alle Kinder anziehen, wenn sie in den Speisesaal gehen. Ein kompaktes Gebäude sei außerdem nachhaltiger zu bauen und zu heizen. Er forderte weitere Vorschläge als Diskussionsgrundlage. Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie Bürger Schechen) verlangte eine Kostenschätzung. Die Planerin gab zu bedenken, dass geschätzte Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien.

Auf eine Frage nach der Außenflächengestaltung antwortete Adam, dass die Kindergartenmitarbeiter zusammen mit den Kindern anpacken wollen. Bereits im Containerkindergarten sei unter Leiterin Jacqueline Fleßa vieles entstanden: das Waldsofa, Naturhecken, Beete oder Matschlöcher. Da wolle man die Kreativität der Kinder nicht mit einer Planung unterbinden.

Im Garten packen
die Kinder selbst an

Adam sagte zudem: „Es gibt bereits Pläne für ein einzelnes Gebäude. Das wird euch aber nicht gefallen.“ Ein großer Baukörper eigne sich weniger gut als Naturkindergarten. Zudem wies die Architektin darauf hin, dass der „Dorfcharakter“ ein Wunsch der Verwaltung war. Man einigte sich dennoch darauf, Alternativen vorzulegen und erste Kostenschätzungen aufzustellen.

Der Gemeinderat will das Thema bei der geplanten Klausurtagung im Mai erneut ausgiebig beraten. Ein Beschluss fiel in der Sitzung daher nicht.

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