Brandschutz treibt Kosten in die Höhe

von Redaktion

Gebäude für Feuerwehr und Vereine soll 1,86 Millionen Euro kosten

Schechen – Ein Brand bei den Feuerwehrlern? Zunächst ging man in der Gemeinde davon aus, dass sich die Feuerwehrleute in ihrem Heim so gut auskennen, dass sie es in einem solchen Fall schnell verlassen können. Das ursprüngliche Brandschutzkonzept des Vereinshauses sah daher Fluchtwege aus den Obergeschoss-Fenstern über Leitern vor.

Über Leitern
nach draußen

Der Kreisbrandmeister hat jedoch Bedenken geäußert, wie Schechens Bürgermeister Stefan Adam (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mitteilte. Die Befürchtung sei, dass die Leute über die Leitern im Brandfall nicht schnell genug aus dem Gebäude kommen. In diesem Fall müsste die Verwaltung die Nutzung des Obergeschosses auf zehn Personen begrenzen.

Der Plan enthielt bisher eine Fahrzeughalle im Erdgeschoss mit Ausfahrt Richtung Süden sowie leicht erhöhte Umkleideräume. Im ersten Stock sind ein Schulungsraum sowie ein Büro für die Floriansjünger vorgesehen. Doch nun wurde der Plan erneut überarbeitet und sieht einen Anbau auf östlicher Seite vor. Darin sollen die Umkleiden untergebracht werden. Das hat den Vorteil, dass die Feuerwehrleute zwischen Umkleiden und Fahrzeughalle keine Treppen überwinden müssen, weil beides ebenerdig liegt. Von der Dachterrasse auf dem Anbau führt eine Außentreppe auf den Vorplatz. Vom ersten Stock wird ein Zugang auf die Dachterrasse eingerichtet. Damit werde der Rettungsweg aus dem ersten Stock maßgeblich verbessert und auch eine Leiter vom Dachgeschoss zur Dachterrasse werde vereinfacht.

Der Anbau soll als Holzkonstruktion errichtet werden. „Da wir viele Zimmerer unter den Feuerwehrleuten haben, haben sie angeboten, den Anbau selbst zu bauen“, sagte der Bürgermeister. Es fallen also nur Materialkosten an. Die Eigenleistung sei in der Kostenberechnung von 1,86 Millionen noch nicht beinhaltet und könne den Preis entsprechend verringern.

Josef Weber (CSU) betonte, dass ihm der Anbau gefalle, obwohl er sehr modern sei. „Aber ich bin mir sicher, dass viele sagen werden, er verschandelt das alte Gebäude“, gab er zu bedenken. Er fragte, ob man den Anbau nicht stilistisch angleichen könne. Planer Johann Wagenstaller vom Architekturbüro Guggenbichler und Wagenstaller betonte, dass man durch die Tore zur Halle bereits ein anderes Element habe, auf das man nicht verzichten könne.

Martin Rinser (Parteifreie Bürger Schechen) sorgte sich um die Kosten. „Bleibt es nun dabei?“, wollte er wissen. Immerhin lag die erste Schätzung bei rund einer Million. „Ja, aber das war auch nur eine Schätzung“, entgegnete der Planer. Nun habe man es mit einer konkreten Kostenberechnung zu tun – und die beläuft sich auf inzwischen 1,86 Millionen Euro. Das Gremium stimmte dennoch geschlossen für den geänderten Entwurf.

Gemeinderat
stimmt Entwurf zu

Das derzeit großteils leer stehende Gebäude in Pfaffenhofen soll zum Haus der Vereine umgebaut und saniert werden. Neben der Feuerwehr sollen Trachtenverein, Musikschule sowie Schützengesellschaft Deutelhausen unterkommen.

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