Brannenburg wächst weiter

von Redaktion

Aktuell wohnen 7093 Bürger in der Gemeinde und damit 1200 mehr als vor zehn Jahren

Brannenburg – Mit einem „großen Dank an alle, die sich in den vergangenen Jahren und ganz besonders im Jahr 2022 engagiert haben“, eröffnete und schloss Bürgermeister Matthias Jokisch die Bürgerversammlung in der Wendelsteinhalle. Das ehrenamtliche und gemeinsame Wirken bringe Leben in die Dorfgemeinschaft und präge den Zusammenhalt: So haben die über 60 Brannenburger Vereine und Verbände im vergangenen Jahr rund 140 unterschiedlichste Veranstaltungen angeboten.

426 Kinder gehen in
Tageseinrichtungen

Brannenburg wächst weiterhin: Zum Jahresende 2022 lebten 7093 Einwohner in der Gemeinde, über 1200 mehr als vor zehn Jahren. Dadurch steht auch das Thema Kinderbetreuung weiterhin ganz oben auf der Aufgabenliste der Gemeinde. Um dem hohen Bedarf bei Plätzen für Drei- bis Sechsjährige Rechnung zu tragen, werden neben dem Kindergarten St. Johannes für einige Jahre Module für zwei weitere Gruppen aufgestellt. Insgesamt 426 Kinder besuchen die Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde, aufgeteilt in 91 Krippen- und 247 Kindergartenkinder sowie 88 Schulkinder in der nachmittäglichen Hortbetreuung. Jährlich belaufen sich die Ausgaben der Gemeinde für die Kinderbetreuung auf rund 1,6 Millionen Euro, ohne Zuschüsse wären dafür 3,5 Millionen Euro notwendig, so Bürgermeister Jokisch.

Investiert wurde auch in die Grund- und Mittelschule mit einer neuen Einrichtung des Lehrerzimmers, der Komplettversorgung mit WLAN, der Umrüstung der Innenbeleuchtung und dem Einbau von Lüftungsgeräten. Für die geplante und genehmigte Schulhauserweiterung mit neun zusätzlichen Räumen rechnet die Verwaltung aus heutiger Sicht mit Investitionskosten von 6,2 Millionen Euro und erwartbaren Zuschüssen von rund zwei Millionen Euro. Für den Bereich der Mittelschule werden sich die Gemeinden Flintsbach und Nußdorf entsprechend der Schülerzahl finanziell beteiligen.

Weiterhin werden immer wieder Ehrenamtliche für das Patenprojekt für den Weg von der Schule in die Ausbildung gesucht. Ein attraktives Freizeitangebot für Jugendliche wird es bald mit der LEADER-geförderten Boulderwand am Freizeitgelände Waching geben.

Weiterhin viel Arbeit gab es im vergangenen Jahr im Bauamt sowie den Ausschüssen und dem Gemeinderat mit 48 Bauanträgen (davon 23 Neubauten), zwölf Bebauungsplanänderungen und einer abgeschlossenen Bauleitplanung. Auf die größten Investitionsposten des Vorjahres ging Bürgermeister Jokisch ausführlicher ein: Für den Hortneubau mit Gesamtkosten von fast vier Millionen Euro waren 429000 Euro zu zahlen, 115000 Euro kosteten die Umbaumaßnahmen im Montessori-Kinderhaus. Verschiedene Straßen- und Kanalsanierungen beliefen sich auf rund 300000 Euro, für über 200000 Euro wurde in Fahrzeuge für Bauhof und die Feuerwehren investiert.

Umfangreich gestalteten sich die Planungen für das neue Einheimischenmodell mit 18 Grundstücken im Bereich Milbinger Straße/ Kammerlanderweg. Bis Ende April können dafür die Bewerbungen gestellt werden. Nach langen Vorarbeiten ist die Fertigstellung der neuen Ampelanlage im Bereich Nußdorfer Straße/Einfahrt Sägmühle für Mitte Juni vorgesehen.

Auf dem Weg Brannenburgs zur Fairtrade-Town hat eine Arbeitsgruppe bereits erste Schritte unternommen und wirbt bei Geschäften, Vereinen und Einrichtungen für fairen Handel und ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge. Die Grund- und Mittelschule wurde bereits im Herbst als Fairtrade-School zertifiziert.

Auch die ältere Generation genießt in Brannenburg Aufmerksamkeit: Mit den innovativen Ideen des Christlichen Sozialwerks können Senioren und Pflegebedürftige länger in den eigenen vier Wänden bleiben und auch weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Zu einem besseren Miteinander zwischen den Generationen und den Bürgern der verschiedenen Ortsteile trägt auch das Projekt „Senioren bauen Brücken“ bei.

Weiterhin eifrig engagiert sich der Freundeskreis Asyl bei der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden, für die im letzten Jahr eine neue Unterkunft in der Nähe der Nußdorfer Straße fertiggestellt wurde. Voraussichtlich bis Ende Oktober wird auch noch die Unterkunft in der Steinbeisstraße in Betrieb sein.

Breit gefächert waren die Anfragen vonseiten der Bürger: Einen geeigneten Platz zum überdachten Abstellen von Motorrädern am Bahnhof gebe es derzeit leider noch nicht, so Bürgermeister Jokisch.

Zum Thema bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde verwies der Rathauschef auf den Bau des einkommensorientierten Wohngebäudes in Sägmühle sowie die rund 40 gemeindlichen Wohnungen mit bezahlbaren Mieten. Auf die Wohnungsnot wurde auch vom Freundeskreis Asyl hingewiesen und darum gebeten, den Flüchtlingen eine Chance bei der Suche nach einer Unterkunft zu geben.

Am Verkauf
nicht bereichern

Bei einer Frage zu den Grundstückspreisen im neuen Einheimischenbaugebiet unterstrich Bürgermeister Jokisch, dass sich die Gemeinde am Verkauf der Grundstücke nicht bereichere. Angefragt wurden auch die Möglichkeiten, Konzertveranstaltungen auf der Biber abzuhalten sowie weitere Photovoltaikanlagen auf gemeindlichen Dächern zu installieren. Weitere Anfragen beinhalteten eine Verlegung des Wertstoffhofs und die Möglichkeit zur Entsorgung von Wertstoffen im zentralen Ortsbereich.

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