Kinder versuchen sich in den unterschiedlichsten Kunsttechniken

von Redaktion

Samerberger Künstlerkreis leitet Grundschüler an und präsentiert Werke in einer gemeinsamen Ausstellung

Samerberg – Wenn etwas kleiner ist als das Größte, so ist es darum noch lange nicht unbedeutend: Dieser Satz von Seneca, den Heike Weber in einer Kalligrafie verarbeitet hat, steht als Motto für diese Ausstellung.

Auf Initiative der Grundschule Samerberg betreuten Mitglieder des Samerberger Künstlerkreises jeweils eine Klasse und so entstand die Gemeinschaftsausstellung der Samerberger Künstler mit den Arbeiten der Grundschüler. In der Klasse 1a versuchten sich die Kinder unter Anleitung von Kristin Wurzer mit Acrylmalerei und mit Traute Holz bemalten sie Steine. Die Kalligrafinnen Heike Weber und Simone Saugspier bildeten mit der Klasse 1b zuerst Buchstaben mit dem Körper und legten dann Buchstaben übereinander. Mit Helga Attwenger experimentierte die Klasse 2a mit Acrylfarben.

Die Klasse 2b wurde von Maria Lesser betreut. Als Vorlage diente das bekannte Bild der Vogelparade. Ein Schüler setzte einem Vogel einen Hut auf und andere Kinder nahmen diese Idee auf und malten es nach.

In der 3. Klasse malten die Kinder mit Thomas Wagner Gesichter. Die meisten malten ihre unmittelbaren Nachbarn, manche versuchten sich an Selbstbildnissen.

Die Grundlage für Dirk Waltenbauer, der mit der Klasse 4a das Thema „Tiere im Schnee“ behandelte, war die Dreidimensionalität. „Wenn Figuren aus Papier ausgeschnitten und auf Papier gelegt werden, ist es noch zweidimensional. Aber wenn sie aufgewölbt werden und ein Abstandhalter aus Papierklötzchen dazu kommt und einen Schatten wirft, wird es dreidimensional“, erklärte Waltenbauer.

Gloria Weicher hat mit der Klasse 4b mit Lacken gesprüht. Diese Technik konnten sie nur im Freien ausführen.

Zu den Werken der Grundschüler stellten die Samerberger Künstler natürlich auch ihre eigenen Werke aus. Heike Weber hat sich bei den ausgestellten Bildern etwa mit Mäandern auseinandergesetzt, sowohl vom natürlichen Flusslauf als auch von antiken Mäandern, die mathematisch gezogen und in immer gleicher Reihenfolge als Muster gezeichnet werden.

Die Bilder von Martina Haus sind wiederum in Öl auf Leinwand gemalt. Angeregt durch das Motto der Ausstellung hat sie das Thema „Früh übt sich“ aufgegriffen und Kinder gemalt, die sich in der Erwachsenenrolle üben, wie ein Kind, das die Schuhe der Mama anzieht, sich im Telefonieren versucht oder sich die Lippen anmalt.

Der Keramiker Rudi Schiedermayr legt sein Hauptaugenmerk auf den sogenannten Rakubrand, bei dem die Bildung des Craqueles stets individuell, einzigartig und nicht reproduzierbar ist. Um dem Motto gerecht zu werden, hat er jeweils eine große Figur neben eine kleine gesetzt.

Auch Hans Sagmeister malt in Öl auf Leinwand und arbeitet viel nach Musik. Ein besonderer Augenmerk gilt dem Bild „Israelites“ nach einem Song von Desmond Dekker. Kleinkriminelle Jamaikaner bezeichnen sich als Israelites oder Rude boys. Das ist eine Subkultur, die sich in den frühen 1960er-Jahren in Jamaika in den Ghettos von Kingston entwickelte. Die Bezeichnung Rude (eigentlich ruppig, rüpelig) kommt vom jamaikanischen Slangwort für cool oder hip, da sich die Rude boys trotz oder wegen ihres oftmals geringen sozialen Status nicht nur in den Tanzsälen, sondern auch im täglichen Leben immer nach den neuesten modischen Trends kleideten.

Der Grafiker Dirk Waltenbauer wiederum befindet sich bei der Konzeption zwischen Malen und Zeichnen. Er lässt den weißen Untergrund leben und macht seine Bilder nicht mit den Farben zu. Er hat vorher eine bestimmte Idee und plant genau.

Seine Bilder sind figural zu erkennen und meistens sind es Frauen in ihrer Bewegung, wie beispielsweise die „Sprinterin“ und die „Pfingstrose“. eri

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