Prien/Wildenwart – Bäuerinnen und Landfrauen haben es nicht leicht. Familie, Tiere, Hof und oft auch noch ein Ehrenamt. Da gilt es gut mit der Zeit, und mit sich selbst umzugehen.
Aus diesem Grund lud das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes zusammen mit dem BBV-Ortsverband Wildenwart alle Interessierten in das Vereinshaus nach Prien-Atzing ein. Das Nachmittagsmotto lautete, mit neuen Blickwinkeln, „finde Dein Gleichgewicht und Zeit für das Leben“.
Gefahren
durch Dauerdruck
Frei nach Astrid Lindgrens Lebenseinstellung „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ begann Referentin Martina Grill aus Fürstenfeldbruck mit ihrem Vortrag wie folgt: „Der Arbeitsalltag birgt Heraus- und Anforderungen, die uns stark fordern und manchmal auch überfordern.“
Einzelsituationen ließen sich auffangen, aber unter dauerndem Druck leide alles. Die Motivation, die Widerstandsfähigkeit, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit. Die Frauen müssen komplexe Anforderungen bewältigen, strategisch denken und handeln sowie Vorbild sein, Mitarbeitende motivieren, Aufgaben delegieren und Vertrauen schenken. Wie aber geht das alles unter einen Hut?
Was kann ich tun, wenn Druck, emotionale Belastung oder Dauerstress mich zunehmend fordern? Wie kann ich meine Energie und Kräfte so einteilen, dass eine gute Balance von Job-Zeit, Familien-Zeit und Ich-Zeit möglich ist?“
Auf diese grundsätzlichen und nicht seltenen Belastungssituationen gab es unter anderem folgende Antworten von der aktiven Ackerbäuerin: „Im Kern das Wichtigste ist, das für Dich Richtige zu tun, denn alles, was man tut, hat mit einem selber zu tun.“ Ebenso notwendig sei es, so die Referentin, Zeit für nicht vorhersehbare Dinge einzuplanen und zu haben und ein Gespür für persönliches Gleichgewicht zu entwickeln. Sich Notizen für Vorrangiges zu machen gehöre ebenso dazu wie für Leistungen, die man gegenüber anderen außerhalb der Familie bringe, etwas zu verlangen.
Nach Neuwahlen ist die Chiemseeregion auch im Kreis und Bezirk vertreten. Die Begrüßung bei dieser Zusammenkunft von Bäuerinnen und Landfrauen aus den Ortsverbänden Rimsting-Greimharting, Prien, Hittenkirchen und Wildenwart sowie darüber hinaus nahm Wildenwarts Ortsbäuerin Maria Riepertinger vor.
In ihrem Rückblick erinnerte sie an die zuletzt erfolgten Neuwahlen in den Ortsverbänden und daran, dass durch sie das Gebiet Chiemsee wieder auf Kreisebene und durch Kreisbäuerin Katharina Kern der Kreis Rosenheim wieder auf Ebene des Bezirks Oberbayern in den Gremien des Bayerischen Bauernverbandes vertreten ist.
„Mit den neuen Vorstandschaften hatten wir unter anderem bereits einen Landfrauentag in Söllhuben, einen Informationsbesuch im Salus-Kräutergarten, eine Herbstkranzaktion bei der Rosenheimer Schmankerlstraße im Rahmen des Bauernherbstes, einen Tag der Bäuerinnen in Ramerberg, einen Dialog mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig sowie eine Präsenz auf der Grünen Woche in Berlin“, so die Ortsbäuerin. Der aus Witterungsgründen abgesagte Genusstag in Prien soll nachgeholt werden.
Maria Riepertinger gab bekannt, dass die Lehrfahrt am 26. April nach München-Neuhausen mit Führung im Botanischen Garten bereits ausgebucht ist.
Zudem stellte sie ihre Mitwirkung bei der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien vor. Bei einer Projektwoche des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums „Alltagskompetenzen und Schule für das Leben“ ist Maria Riepertinger in dortigen Schulklassen lehrend tätig, um Hintergründe und Grundinformationen zur heimischen Landwirtschaft sowie zur Erzeugung und Verwendung von Lebensmitteln zu erklären.
Persönlicher
Austausch
Mit einem Blumen-Präsent an die Referentin Martina Grill, mit einem von den Landfrauen mitgebrachten Brotzeit- und Kuchenbuffet und mit ausreichend Zeit zum persönlichen Austausch wurde der Nachmittag beschlossen. Ehrengäste waren unter anderem Bürgermeister Daniel Mair von der Gemeinde Frasdorf und Franz Oberbauer, Agrarberater der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling.