Autoteilen liegt im Trend

von Redaktion

Carsharing in Obing – Praktische Erfahrungsberichte aus Wasserburg und Amerang

Obing – Wie teilen sich viele in Obing ein Auto? Nachdem vor über fünf Jahren schon Thomas Breu die Frage gestellt hatte, griffen nun die Initiatoren Hermann Ramsauer und Michael Lache das Thema erneut auf.

Homeoffice, Onlinehandel und Webseminare sind inzwischen fest im Geschäfts- und Privatleben etabliert, weshalb immer mehr Menschen immer weniger Auto fahren.

Explodierende
Kosten

Die explodierenden Sprit- und Unterhaltskosten fördern diesen Trend, erläuterte Lache in seinen einführenden Worten. Nichtsdestotrotz sei aber gerade hier im ländlichen Raum der mobile Individualverkehr unverzichtbar und die notwendigen Fahrtzwecke – vom Wertstoffhof über Einkaufen und Arbeitsplatz bis in den Urlaub – so vielseitig wie die Menschen selbst. Das ergab auch eine nichtrepräsentative Umfrage unter den anwesenden Gästen.

Carsharing bietet dafür eine praxisnahe Lösung, die den Beteiligten Kosten spart und gleichzeitig ihre Mobilität sichert. Dass so etwas nicht nur gut funktionieren, sondern auch ansteckend begeistern kann, zeigten Julia Adler, Volker Behringer und Bettina Hirtreiter-Huber vom Wasserburger sowie Tilo Teply und Birgit Hecht vom Ameranger Autoteiler-Verein.

Beide Vereine sind seit vielen Jahren aktiv und betreuen inzwischen mehrere Fahrzeuge für ihre zahlreichen Mitglieder, die auch die Autos des jeweils anderen Vereins nutzen dürfen. Die Ameranger kooperieren auch noch mit den Autoteilern von Bad Endorf.

Die Vorstandsmitglieder zeigten den Anwesenden eindrucksvoll auf, wie unkompliziert sich das Teilen von Autos im Alltag gestaltet, und betonten, dass es sich auch preislich für die Mitglieder lohnt.

In der Regel gelingt es vielen Familien, auf das eigene Zweitauto zu verzichten. Das unterstrich auch der „alte Carsharing-Hase“ Hermann Ramsauer, der gleich Mitglied mehrerer Vereine ist.

Wie überall liegt ein großer Teil der Arbeit beim jeweiligen Vorstand, doch die Autoteiler-Vereine haben pragmatische Wege gefunden, ihre Mitglieder aktiv einzubinden. Warum auch nicht: Sich ums eigene Auto zu kümmern, ist für alle völlig normal.

Auch Bürgermeister Sepp Huber (Freie Wähler) war von der Idee, Carsharing in Obing zu realisieren, angetan und signalisierte die Unterstützung der Gemeinde. Nun hofft man, dass sich die Neugestaltung der Obinger Ortsmitte elegant mit Mobilitätskonzepten wie Elektromobilität und Carsharing verbinden lässt.

Einblick gewährt
Internetseite

Immerhin gab sich an diesem Abend jeder vierte Teilnehmer als potenzieller künftiger Carsharing-Nutzer zu erkennen.

Und so geht es nun weiter: In den nächsten Tagen wird von Lache eine Internetseite unter www.lache.de/autoteiler eingerichtet, auf der sich jeder über den aktuellen Stand und die weiteren Termine zur Vorbereitung einer Autoteilergemeinschaft auf dem Laufenden halten kann.

Artikel 2 von 11